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Verbraucherrechte bei Krediten und Ratenkäufen gestärkt

20.04.2004 | 15:34 Uhr |

Das Europaparlament will die Rechte von Verbrauchern bei Krediten und Ratenkäufen stärken.

Die Abgeordneten stimmten am Dienstag in Straßburg in erster Lesung einem Bericht zu, in dem EU-weite Mindeststandards für Verbraucherkredite festgelegt werden. Unter anderem sollen Verbraucher künftig bei einem Vertragsabschluss Angaben über den effektiven Jahreszins, Anzahl und Höhe der monatlichen Raten, die Kreditlaufzeit sowie die Gesamtkosten des Kredits erhalten. Die Mitgliedstaaten können über diese Mindeststandards hinausgehen. Nach den Worten des Berichterstatters Joachim Wuermeling (CSU) werden die Kosten der Kredite durch die harmonisierte Berechnung für den Verbraucher vergleichbar. Er rechne zwar nicht damit, dass Deutsche künftig in großem Umfang Kredite in Lettland nachfragen. Aber etwa im Versand- oder Internethandel könne die Regelung schnell an Bedeutung gewinnen. Der Umfang von Raten- und Dispokrediten in Deutschland betrage 225 Milliarden Euro pro Jahr, etwa 2800 Euro pro Bundesbürger.
Die Richtlinie gilt für Kredite von mindestens 500 Euro und maximal 100.000 Euro. Sie sieht unter anderem ein 14-tägiges Widerrufsrecht des Kreditvertrages vor. Außerdem sollen Kredite gegen Aufpreis jederzeit zurück bezahlt werden können. Das Parlament schlug gegenüber dem Entwurf der Europäischen Kommission fast 150 Änderungsanträge vor. Wuermeling rechnet nach eigenen Angaben dennoch damit, dass noch in diesem Jahr eine endgültige Einigung mit der Kommission und dem Rat erzielt werden könne. Dann könnte die Richtlinie Ende 2006 in Kraft treten.

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