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Verbraucherschützer: Augen auf beim Internet-Kauf

14.09.2000 | 00:00 Uhr |

Beim Internet-Einkauf müssen die Kunden nach Auffassung der Verbraucherschützer noch immer auf zahlreiche Fallstricke achten. So gebe es vor allem im Streitfall mit dem Händler Rechtsunsicherheit, berichtete die Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände (AgV) am Donnerstag in Bonn.

Nach wie vor sei ungeklärt, welche Rechte deutsche Konsumenten hätten, wenn sie per Internet bei einem ausländischen Anbieter einkauften. Die Kauflust werde durch unzureichende Waren- und Preisinformationen und oftmals unbequeme Verfahren bei der Bestellung und Abwicklung gedämpft.

Häufig würden Bestellungen über nationale Grenzen hinweg gar nicht ausgeführt, sagte AgV-Geschäftsführerin Anne-Lore Köhne. Auf die Rückerstattung des Kaufpreises bei Reklamationen müssten Kunden zum Teil monatelang warten, Vertragsbedingungen blieben unklar oder kaum verständlich. Oft würden Kunden auch im Unklaren gelassen über die entstehenden Gesamtkosten. Die Verbraucherschützer machten in Bonn außerdem auf verlockende, aber oft unseriöse Finanzangebote im Internet aufmerksam, bei denen die genauen Anbieter im Dunkeln blieben.

Köhne forderte einen wirksamen Rechtsschutz für Internet-Kunden auf EU-Ebene. Dazu gehöre, dass Verbraucher in ihrem Heimatland klagen können. "Andernfalls müssten wir die Konsumenten davor warnen, im Ausland einzukaufen, weil sie im Streitfall kaum eine Chance haben, ihre Rechte durchzusetzen." dpa/ab

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