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Verhindert Quasi-Monopol der Telekom im Ortsnetz Flatrates?

24.10.2000 | 00:00 Uhr |

Die Deutsche Telekom gerät wegen ihres Quasi-
Monopols im Ortsnetzbereich zunehmend unter Beschuss.

Nach Einschätzung des Verbandes von Telekommunikations- und
Mehrwertdiensten VATM ist der mangelnde Wettbewerb Haupthindernis
eines günstigen Pauschaltarifs für das Surfen im Internet: «Die
Einführung einer Internet-Flatrate kommt in Deutschland nicht voran»,
kritisierte VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner am Dienstag in Köln.

Von der Telekom verlangen die Wettbewerber seit längerem die
Bereitstellung von Vorleistungen, die pauschal und nicht wie bisher
zeitabhängig angeboten werden. So könnten die neuen Telefonfirmen
einen Internet-Pauschaltarif bisher nicht anbieten, weil die von der
Telekom geforderten Preise ein Kosten deckendes Geschäft nicht
zuließen. Deshalb müssten Internetanbieter bei der Telekom
Kapazitäten pauschal einkaufen können, fordert der VATM.

Im Ortsbereich verfügt die Telekom nach Angaben des Verbandes, in
dem mehr als 50 Telekommunikationsunternehmen zusammen geschlossen
sind, mit 98 Prozent der Telefonanschlüsse praktisch immer noch über
eine Monopolsituation. Nach der Sprachtelefonie versuche das
Unternehmen jetzt, seine marktbeherrschende Position auch beim
Internetzugang zu festigen, erklärte der VATM.

Mitte September hatte die Bonner Regulierungsbehörde für
Telekommunikation und Post angekündigt, die Entgelte der Telekom beim
Online-Zugang genauer unter die Lupe zu nehmen. Mehr Klarheit zu
diesem Thema erhoffen sich die Wettbewerber von einer öffentlichen
Anhörung zu dem Thema, die am Dienstag in Bonn stattfand. Dabei
zeigte sich VATM-Chef Grützner zuversichtlich, dass die
Regulierungsbehörde «die Weichen für die Internetzukunft der Nutzer
stellen wird».
dpa

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