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Verisign wittert Anti-Site-Finder-Verschwörung

21.06.2004 | 10:37 Uhr |

Verisign hat seine Klage gegen die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) erweitert.

Eine Reihe von der ICANN als technische Experten zur Analyse von Site Finder herangezogenen Fachleute seien in Wahrheit Wettbewerber von Verisign und hätten sich verschworen, um Site Finder verbieten zu lassen. Verisign hatte gehofft, über den Dienst in diesem Jahr rund 13 Millionen Dollar einzunehmen.

Verisign hat die ICANN wegen Bruchs von Verträgen und Kartellrecht verklagt und behauptet, die für die Verwaltung von Internet-Adressen zuständige Organisation sei ein "Defacto-Regulierer" für Verisigns Registry-Geschäft. Zusammen mit der ICANN hätten sich der .info-Registrar Afilias, der Registrar Alice's Registry, Paul Vixie und Suzanne Woolf von Internet Systems Consortium sowie Steve Crocker, einer der Miterfinder des ursprünglichen Internet, gegen Verisign verbündet.

Site Finder sollte bei falsch eingegebenen oder nicht vorhandenen .com- und .net-Internet-Adressen im Browser eine Seite mit möglichen Alternativen und kontextabhängiger Werbung statt einer 404-not-found-Fehlermeldung anzeigen. Der Dienst wurde im September letzten Jahres gestartet und zwei Wochen später auf Geheiß der ICANN wieder eingestellt.

Die ICANN hatte die damit begründet, Site Finder sei ein "Registry-Dienst" und hätte daher zuvor genehmigt werden müssen. Außerdem habe das System Sicherheits- und Stabilitätsprobleme mit sich gebracht. Verisign widerspricht dem und erklärte, das für die Abschaltung zuständige Security and Stability Advisory Committee (SESAC) der ICANN sei mit Konkurrenten vollgestopft gewesen und habe seine Entscheidung nicht auf Basis der technischen Fakten getroffen. (tc)

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