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Verlage gegen Google-Books

27.06.2006 | 13:20 Uhr |

Nicht nur in Deutschland stößt Google mit seinem ehrgeizigen Projekt Google Books auf Skepsis. Morgen verhandelt das Amtsgericht Hamburg einen Antrag auf einstweilige Verfügung der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft WBG.

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Hinter Google Books steht der Plan der Suchmaschinen-Betreiber, die wichtigsten Werke aus allen Bibliotheken digitalisieren und im Internet zur Verfügung stellen zu wollen. Google Books, das in Deutschland als „ Google Buchsuche “ erst in einem Betastadium verfügbar ist, vereint Google Print, eine Kooperation zwischen verschiedenen Verlagen und der Suchmaschine, und die Google Library. Bei letzterer kollidiert das Unternehmen jedoch mit dem deutschen Urheberrecht, da Google hier die Bestände großer englischer und US-amerikanischer Bibliotheken ohne Rückfrage einscannt und verfügbar macht. Das von Google angebotene Opt-Out-Verfahren reicht unter anderem auch den deutschen Verlagen nicht. Dieses bietet den Verlagen nur die Möglichkeit, bei Google einen Antrag zu stellen, die eigenen Titel nicht digitalisieren zu lassen – Google hat sich allerdings nicht verpflichtet, solchen Anträgen auch Folge zu leisten.

Das von den Verlagen geforderte Vorgehen, jeweils Verträge zwischen den Verlagen und Google abzuschließen, hält Jan Redmer, in Europa für Google Books verantwortlich , für zu aufwendig. Auch in den USA haben der Schriftstellerverband Author´s Guild und die Association of American Publishers gegen Google Books Klage erhoben, in Frankreich hat die Verlagsgruppe La Martiniere bislang Klage eingereicht.

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