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Verlage und Rundfunkanstalten streiten um die Zukunft im Web

09.04.2008 | 16:00 Uhr |

Bei einer Gesprächsrunde in Hamburg trafen sich Vertreter aus der Print- und TV-Landschaft. Sie sprachen über zukünftige Strategien im Netz. Der Vorwurf: Die Öffentlich-rechtlichen nutzen die Rundfunkgebühren, um private Anbieter zu verdrängen.

Die Medienvertreter im Gespräch (Foto: Sebastian Widmann)
Vergrößern Die Medienvertreter im Gespräch (Foto: Sebastian Widmann)
© Sebastian Widmann

Die Öffentlich-rechtlichen drängen ins Netz: "Wir wollen mit unseren Qualitätsinhalten wie Filme und Audios ins Web. Diese müssen wir aber mit Wort und Bild verknüpfen", sagte Joachim Knuth, Programmdirektor Hörfunk beim NDR. Den privaten Verlagen, die ihre Position im Netz ebenfalls ausbauen wollen, ist dies ein Dorn im Auge.

"Ich halte es für ein Unding, dass die durch Gebühren finanzierten Rundfunkanbieter sagen, sie dürften im Netz alles machen, was zum Beispiel auch die Verlage tun", erwidert Fried von Bismarck, Verlagsleiter des Spiegel. Es sei die Aufgabe der Politik, und nicht die der Sender, eine Antwort auf diese Fragestellung zu finden, wie stark sich die öffentlichen Rundfunksender wirtschaftlich im Internet engagieren dürfen.

Knuth vom NDR betonte, dass das Internet ein völlig neues Nutzungsverhalten hervorrufe. Er verwies darauf, dass die traditionellen Medien dennoch weiterhin existieren werden und auch die klassischen Medienmarken eine wichtige Rolle spielen werden.

Dennoch sind die Privatunternehmen besorgt um die Marktmacht der öffentlich finanzierten Sender. In einem Punkt waren sich aber alle Beteiligten einig: Die Zukunft liegt auch im Web. Das Internet ist eine deutliche Konkurrenz zu klassischen Printformaten: "Auch beim Spiegel wird man sich auf sinkende Auflagen und Anzeigenerlöse einstellen müssen", sagte von Bismarck.

ZEIT-Chefredakteur Wolfgang Blau sieht weniger die Rundfunkanstalten als die Angebote des Web 2.0 als wahre Kontrahenten. Die wirklichen Konkurrenten seien für die Verlage letztendlich nicht die öffentlich-rechtlichen Sender, sondern vielmehr Blogs oder reichweitenstarke Plattformen wie youtube.

Bei der von der dpa-Tochter „news aktuell“ veranstalteten Gesprächsrunde „Im Sog des Internets - Was bleibt übrig von Print, TV und Radio?“ in Hamburg trafen sich über 400 Pressesprecher, PR-Fachleute und Journalisten.

Info: news aktuell

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