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Verleger reagieren auf Jobs’ Zurückweisung von Flash

29.03.2010 | 10:45 Uhr |

Die Kritik reicht von "realitätsfremd" bis schlichtweg "naiv". Während Apple die Entscheidung fürs iPad ohne Flash mit der für Macs ohne Diskettenlaufwerke vergleicht, sehen Medienhäuser und Webseiten-Entwickler keine Chance, problemlos von Flash umzusteigen.

Wie das iPhone wird auch das iPad kein Flash unterstützen. Während Steve Jobs die Entscheidung angeblich als visionär bezeichnet und mit dem Weglassen eines Diskettenlaufwerks in den Macs vergleicht, sind Verleger weniger beeindruckt, berichtet Macnn .

Apple rechtfertigt seine Entscheidung mit dem Ruf von Flash, ein Sicherheitsrisiko darzustellen und Ressourcen wie Rechenzeit und Akkulaufzeit regelrecht zu verbraten. Jobs selbst sieht die eingebaute Videounterstützung von HTML 5 als geeignete Alternative zu Flash und bezeichnete Aufwand der Konvertierung von Flash auf HTML 5 als "trivial".

Medienhäuser und Webseiten-Entwickler sehen die multimediale Aufbereitung von Inhalten für das iPad aber weitaus kritischer. Die Einstellung von Jobs bezeichnen die meisten als "unrealistisch und schlichtweg naiv". In einer Flut von E-Mails listen sie ihre Kritikpunkte, wie "Flash wird oftmals für interaktive Grafiken und Präsentationen eingesetzt, die nicht ohne Flash umgesetzt werden können." "Die Konvertierung erfordert einen Aufwand auf mehreren Entwicklungsebenen.", bemängeln Online-Redaktionen und fassen zusammen: "Jobs hat die Experten von Apple hinter sich, während die meisten Webseiten als dringen notwendige Schnell-Lösungen von Amateuren zusammengestellt wurden und keinesfalls mal schnell konvertiert werden können."

Trotz aller Kritik versuchen aber die meisten Verleger mit Apples Randbedingungen zu leben. So arbeiten zum Beispiel sowohl National Public Radio als auch Wall Street Journal derzeit an Flash-freien Online-Nachrichten, die für das iPad optimiert sind. Adobe stellt das Entwickler-Kit "Packager" zur Verfügung, mit dem Flash-basierte Applikationen auf dem iPhone laufen, aber dank dem andauernden Streit zwischen Apple und Adobe befürchten Verleger, dass diese Unterstützung bald wieder zurückgezogen wird.

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