1042931

Reaktionen auf Wikileaks' Veröffentlichungen

30.11.2010 | 09:18 Uhr |

Mit der Veröffentlichung vertraulicher US-Diplomaten-Berichte ist Wikileaks der bisher größter Coup gelungen.

Wikileaks
Vergrößern Wikileaks

Die Reaktionen reichen von demonstrativer Gelassenheit bis Empörung. Die Folgen für Politik
und Sicherheit sind völlig offen.

Die bisher spektakulärste Wikileaks-Enthüllung erschüttert die Weltdiplomatie und bringt die US-Regierung in Bedrängnis: Die Internet-Plattform hat die Veröffentlichung von mehr als 250 000 vertraulichen Dokumente aus US-Botschaften gestartet , die einen schonungslosen Blick hinter die Kulissen der internationalen Politik bieten. Angela Merkel wird darin als "Teflon"-Kanzlerin dargestellt, der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi als "eitel und unfähig" bezeichnet und der afghanische Präsident Hamid Karsai als "schwache Persönlichkeit", die von "Paranoia" getrieben sei.

Besonders brisant könnten für US-Außenministerin Hillary Clinton Anweisungen ihres Ministeriums an die US-Botschaften werden. Laut "New York Times" sollen Diplomaten darin aufgefordert worden sein, persönliche Daten von ausländischen Führungspersönlichkeiten zu beschaffen.

Die Reaktionen auf die Veröffentlichung waren am Montag gespalten. Das Weiße Haus wertete die Veröffentlichungen als "rücksichtslos" und "gefährlich". Sie gefährde weltweit Regimekritiker und Oppositionsführer. Auch die Bundesregierung hält das Vorgehen von Wikileaks für höchst problematisch, sieht das deutsch-amerikanische Verhältnis allerdings nicht beeinträchtigt. Die schärfsten Worte fand der italienische Außenminister Franco Frattini. Er sprach von einem "11. September für die weltweite Diplomatie", weil die Enthüllungen "alle vertraulichen Beziehungen zwischen den Staaten in die Luft jagen".

0 Kommentare zu diesem Artikel
1042931