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Verschlüsselung mit Gnu PG for Mac-OS X

03.05.2007 | 14:06 Uhr |

Auch wer nichts zu verbergen hat, verschickt persönliche Briefe in einem verschlossenem Umschlag. E-Mails bekommen einen Umschlag, wenn man sie verschlüsselt – man benötigt unter Mac-OS X dafür Apples E-Mail-Software Mail, drei Zusatzprogramme und etwa zwei Stunden Zeit.

Den Inhalt einer E-Mail könnte man ebenso mit einer Postkarte verschicken – zumindest in Bezug auf den Grad ihrer Geheimhaltung. E-Mails laufen im Klartext durchs Internet. Eine Firma zum Beispiel könnte Filtersoftware installieren, die den Inhalt einer E-Mail nach bestimmten Worten durchsucht, um die Geschäftsinteressen der Firma zu schützen. Doch es gibt eine gute Möglichkeit, private Inhalte auch privat zu übermitteln. Gnu PG für Mac-OS X, kurz Mac GPG stellt die nötigen Werkzeuge in Apples Software Mail zur Verfügung.

Mac GPG verschlüsselt alle möglichen Daten. So lassen sich damit bestimmte Ordner oder die ganze Festplatte vor neugierigen Blicken schützen. In der folgenden Anleitung beschränken wir uns auf die Grundinstallation von Mac GPG und die Verschlüsselung der Texte in der Apple-Software Mail.

Gnu PG – Eine sehr kurze Vorgeschichte

Gnu PG wurde 1997 für Unix und Linux entwickelt und ist seit Mac-OS X 10.1 unter dem Namen Mac GPG für den Mac erhältlich. Wie die Unix-Version haben die Entwickler die Software für den Mac unter der Gnu-Lizenz für freie Software (GPL) veröffentlicht – soll heißen: Man muss keine Lizenzgebühren bezahlen, um die Software auf dem heimischen Mac zu nutzen (die Weitergabe an Dritte ist eine andere Sache).

PGP unterscheidet sich von anderen Kryptotechniken durch die asymmetrische Verschlüsselung: Eine Nachricht kann nur durch ein Paar aus Schlüsseln ver- und entschlüsselt werden, wobei der eine Teil des Schlüssels zum chiffrieren dient und der andere zum entschlüsseln. Bildlich gesprochen entspricht die übertragene Nachricht damit einer Tür, die von einer Person mit einem Schlüssel abgesperrt und von einer anderen Person mit einem anderen Schlüssel geöffnet wird. Die Tür geht nur auf, wenn der öffnende Schlüssel der Partner des versperrenden Schlüssels ist.

Das Paar besteht aus einem privaten und einem öffentlichen Schlüssel. Eine Nachricht wird immer mit dem öffentlichen Schlüssel des Empfängers chiffriert und kann nur mit seinem privaten Pendant entschlüsselt werden. Daraus folgt, dass der private Schlüssel nur dem Empfänger der Nachricht bekannt sein sollte, der öffentliche Teil des Paares aber dem Sender zur Verfügung stehen muss. Manche Benutzer speichern ihren öffentlichen Schlüssel daher auch auf entsprechenden Servern im Internet.

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