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Verschlüsselung weicht ZIP-Standard auf

14.08.2003 | 12:14 Uhr |

Die beiden führenden Anbieter von Tools zur Dateikompression, Pkware und Winzip, entwickelten voneinander abweichende Mechanismen zur Verschlüsselung von ZIP-Archiven.

Beobachter sehen darin eine Bedrohung für den De-facto-Standard zur Datenkompression. Verschlüsselte Archive tragen wie unverschlüsselte die Dateiendung ".zip" und werden durch denselben MIME-Type beschrieben. Finden die proprietären Sicherheits-Features bei vielen Anwendern Anklang, dann scheitern Tools anderer Hersteller beim Dekomprimieren der verschlüsselten Daten.

Aufgrund der Geschäftspolitik der beiden Anbieter sieht es aber nicht so aus, als würden sehr viele verschlüsselte Archive im Internet auftauchen. Pkware führte diese Funktionalität zuerst ein, um für Unternehmenskunden einen Mehrwert im Vergleich zu den zahllosen freien Tools bieten zu können. Winzip als Marktführer mit großem Vorsprung zog nach, um gegenüber dem Rivalen konkurrenzfähig zu bleiben. Während Pkware Lizenzen für seine Verschlüsselungstechniken verkaufen möchte, legte Winzip seine Variante für den Nachbau durch andere Anbieter von ZIP-Tools offen

Die für den Unternehmenseinsatz gedachten, ZIP-basierenden Tool-Pakete versuchen auf das schwindende Bedürfnis nach Datenkompression zu reagieren. Große Speicherkapazitäten und gestiegene Bandbreiten in Firmennetzen reduzieren die Notwendigkeit, derartige Datenquetscher einzusetzen. Mit den neuen Verschlüsselungsverfahren könnten ZIP-Tools aber vermehrt Aufgaben des Datei-Managements übernehmen - etwa den sicheren Datenaustausch zwischen Geschäftspartnern. (ws)

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