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Verstärkung bei Apple

05.02.2002 | 00:00 Uhr |

Macwelt deckt auf: Mit einer ungewöhnlichen Aktion sorgt Apple Deutschland für Verstärkung der Mac-Plattform. Simon Paul lautet der Codename für die neue "Wunderwaffe" der PR-Strategen.

Noch wird er als geheime Verschlusssache gehandelt, vom Licht der Öffentlichkeit mindestens eben so gut abgeschirmt wie der TFT-iMac vor dem 7. Januar. Lediglich ein enger Zirkel um Susanne und Frank L. hat schon einen Blick auf etwas werfen dürfen, was sich schon bald als die wohl fruchtbarste Verbindung zwischen einer PR-Abteilung und der deutschen Schulpädagogik herausstellen könnte.

Mehr Engagement

Schon lange ist in der Öffentlichkeit das mangelnde Engagement von Apple im Bildungsbereich bemängelt worden, erst unlängst sprach Apple-Geschäftsführer Frank Steinhoff gegenüber Macwelt von "neuen Initiativen im Bildungsmarktü, wo man "mehr tun" müsse. Dass auch eine international agierende Firma wie Apple trotz enormer Marketing-Etats nicht auf das Engagement Einzelner verzichten kann, beweist das Projekt "S.P." Inoffiziell lautet der Codename für das Projekt "Simon Paul", offiziell steht das Kürzel für das "Spezialprojekt Pädagogik", zu dem sich Frank L, ein Apple-Mitarbeiter, der es vorzieht, hinter den Kulissen zu agieren (voller Name ist der Redaktion bekannt), und Susanne L. (voller Name ist der Redaktion bekannt) zusammengetan haben. Frau L. ist ausgebildete Lehrerin und in der deutschen Pädagogen-Szene keine Unbekannte. Insbesondere ihr Engagement für mehr Eigenverantwortlichkeit von Eltern in Erziehungsfragen ("Wenn die Kinder aus den Ferien zurück kommen, dann kannst Du sie vergessen, dann fangen wir wieder von vorne an") ist unter Kollegen sehr geschätzt. Doch auch ihr offenes Wort zum bayerischen Lehrplan ("Acht Testate vor den Ferien, das ist doch zum...") macht sie in den Augen von Eltern glaubwürdig. Zusammen mit Frank L. arbeitet Frau L. schon länger am Projekt S.P., das beide nun verwirklicht haben.

Was ist S.P.?

Doch was ist S.P.? Als "längerfristiges" Projekt sehen es Frank und Susanne L, die sich gerne als "Eltern" von S.P. tituliert sehen. Frank L, der sich auch in seiner Freizeit mit dem Internet beschäftigt, ist ein Fan von drahtlosen Verbindungen. "Wireless Communication gehört die Zukunft", so der PR-Spezialist vollmundig. Etwas verlegen wirkt Frank L. schon, wenn er zugibt, dass man zwar mit S.P. in normaler Sprache reden könne, doch mit dem Zuhören "klappt es noch nicht so ganz". Ähnlich wie weiland die Spracherkennung am Mac? "So ähnlich, ja" muss Frank L. eingestehen und betont gleich: "Aber ohne Kabel". Die Frage, was S.P. denn nun genau könne, macht Frank L. sichtlich nervös. "Hören Sie, wir haben lange und hart dran gearbeitet, alles in unserer Freizeit. Und wir werden noch einige schlaflose Nächte verbringen, bis wir das mit der Kommunikation gepackt haben. Und wenn meine Frau aus der Klinik raus ist, dann kann nämlich ich nachts aufstehen und die Windeln wechseln, da fragt auch keiner nach. Überhaupt, wer bezahlt das alles, das Haus, die Rechnungen, die Chefarzt-Betreuung, den Kinderhort, die Schulbücher. Fragt mich mal jemand?" Uups, da hat sich Frank L. dann doch verhaspelt. Ob das am Schlafdefizit liegt? Etwas nervös blickt Frank L. um sich. "Hören Sie, ich muss jetzt wieder rein." Sprichts und entschwindet. Herr L. weiß, dass ihm noch anstrengende Stunden und Tage bevor stehen, dennoch wirkt er glücklich. Dass ein Kind keinen Neustartknopf besitzt? Seit Samstag weiß das Herr L. " vielleicht ist er deshalb so nervös.

P.S. Und das Projekt P.S.?

Dem Vernehmen nach ist es gesund, wiegt 3680 Gramm, ist 52 Zentimeter lang und wird wahrscheinlich mit Eineinhalb mit der Krabbelgruppe im Internet chatten " natürlich nur auf einem Mac! Die Redaktion gratuliert jedenfalls ganz herzlich und wünscht den Eltern viel Kraft und Simon Paul, dass er so nett wird wie seine Eltern. Aber da machen wir uns keine Sorgen. Sebastian Hirsch

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