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Verwirrung um den Geforce 4

01.02.2002 | 00:00 Uhr |

Seit Wochen spekuliert die PC-Presse über den Geforce 4, den Nvidia offiziell am 6.2. vorstellen möchte. In Apples neuen Power Macs arbeiten bereits Chips aus der neuen GPU-Familie. Spezifikationen für die Karte sind jedoch nirgendwo zu bekommen.

München/Macwelt - Apple und sein Grafikchiplieferant Nvidia halten sich über Details der in den Power Macs 933/1 GHz verbauten Geforce-4-Grafikchips bedeckt. Apple brachte die neue Technik 10 Tage vor dem "offiziellen" Verkaufsstart am 6. Februar auf den Markt und erzielte damit ein gewaltiges Medienecho vor allem bei PC-Medien. Dort löst die bevorstehende Nvidia-Ankündigung seit Wochen Spekulationen aus.

Verwirrung um Ti und MX


Unklar ist vor allem, inwieweit die MX-Variante (Codename NV 17) überhaupt den Namen Geforce 4 verdient (die Highend-Modelle verwenden einen Chip mit dem Codenamen NV 25). Insider vermuten, dass sich hinter der Mainstream-Technik kein abgespeckter Geforce-3-Nachfolger, sondern eher ein frisierter Geforce 2 MX (Codename NV 11) verbirgt, wie ihn etwa der iMac verwendet.
Während Apple Macwelt gegenüber lediglich auf die Entwicklerinformationen zu den neuen Rechnern verwies und den Chip damit als NV17 identifizierte, verweigerte Nvidia jegliche Stellungnahme.

Solide Mittelklasse


Nachdem allerdings ein Medienpartner des taiwanesischen Kartenproduzenten Asus vor wenigen Tagen versehentlich die Sperrfrist brach und über dessen Geforce-4-Produktlinie eine Woche zu früh berichtete, lassen sich dennoch Schlussfolgerungen über den verwendeten Chip ziehen. Der Asus-Mitteilung zufolge gibt es zwei High-End-Varianten auf Basis des NV 25 und drei Varianten des NV 17.

Apple hat offensichtlich eine der beiden höherwertigen MX-Varianten gewählt, denn nur diese beiden verwenden DDR-RAM (die Low-Cost-Karte arbeitet mit herkömmlichem SDRAM). Demnach arbeitet die Karte mit einem Prozessortakt von 270 oder 300 MHz und einem Speichertakt von 400 oder 550 MHz. Weil die Busbreite mit 128 Bit um das Doppelte höher ist als bei der Geforce 2 MX, ist die Transferrate zwischen dem Videospeicher und dem Grafikchip höher. Schon allein dies katapultiert die Karte vor ihre Vorgängerin. Insofern ist der neue Name gerechtfertigt, was auch unsere Testergebnisse belegen .

In Bälde Highend-Geforce 4?


Apple gibt an, dass die Geforce 4 MX über eine Milliarde mit Textur versehene Pixel je Sekunde liefert. Ob damit nun Pixel oder Texel (Textured Elements) gemeint sind, der Wert liegt weit unterhalb dessen, was eine Geforce 3 leistet - und erst recht unterhalb der erwarteten Leistungswerte der High-End-Karten der Geforce-4-Familie.

Die Spiele-Fans unter den Mac-Anwendern sollten jedoch nicht verzagen: Denn nachdem Apples Developer Note die verbauten Video-RAM-Kapazitäten mit 32, 64 und 128 MB angibt (derzeit aber nur 32- und 64-MB-Konfigurationen verbaut werden), spekulieren verschiedene Websites bereits, ob Apple nach der Marktreife des Geforce 4 Ti nicht auch ein Built-to-order-Modell mit dem Superchip nachreichen wird. Für die Tatsache, dass Steve Jobs ein solches Modell bis dato noch nicht angekündigt hat, spräche, dass die mit großem PR-Aufwand vor knapp einem Jahr auf der Macworld exklusiv präsentierte Geforce 3 lange nicht verfügbar war und Apple herbe Kritik für die verspätete Lieferung einstecken musste.

Lars Felber

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