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Videos komprimieren

18.05.2004 | 14:09 Uhr |

Video gehört zu den datenhungrigsten Anwendungen am Computer. Wer seine Filme für ein breites Publikum auf Datenträgern oder dem Internet publizieren möchte ist gezwungen, das Videomaterial zu komprimieren.

Wichtigster Bestandteil der Kompression ist die Wahl des geeigneten Codecs, welcher wiederum vom Zielformat abhängt. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen den plattformabhängigen Formaten Real Media, Windows Media und QuickTime sowie den plattform-unabhängigen Formaten MPEG-1, -2 und -4. Ein Codec ist ein Algorhythmus, der auf mehr oder minder intelligente Art und Weise Bildinformationen zusammenfasst, ohne dabei die Qualität des Bildes all zu sehr einzuschränken. Je nach gewähltem Codec und den entsprechendenen Parametern können Codecs Videomaterial bis zu 1:100 oder mehr eindampfen.

Innerhalb der Codecs unterscheidet man erneut zwischen spationalen und temporären Codecs. Spationale Codecs, beispielsweise Animation oder Foto-JPEG, komprimieren jedes einzelne Videobild, während temporäre Codecs, zum Beispiel Sorenson oder 3ivx, in einem festgelegten Abstand Keyframes setzen und nur die Änderungen der Zwischenbilder in Abhängigkeit zum vorherigen und nächsten Keyframes speichern. Der Vorteil von spationalen Codecs ist es, dass das Videomaterial weiter verarbeitet, sprich geschnitten werden kann, wohingegen temporäre Codecs extrem geringe Dateigröße und Datenraten generieren. Spationale Codecs gelten daher eher als Verarbeitungscodecs, wohingegen temporäre Codecs fast ausschließlich als Ausgabe-Codecs dienen.

Innerhalb von QuickTime finden sich eine ganze Reihe an vorinstallierten Codecs, die um weitere Kompressoren von Drittanbietern erweitert werden können. Die wichtigsten Codecs stellen wir hier kurz (in alphabetischer Reihenfolge) vor:

3ivx D4 v. 4.5.1. (temporär):

3ivx ist eines der MPEG-4 Derivate, welcher von Drittanbietern angeboten wird. Ähnlich dem in der PC-Umgebung beliebten DivX-Codec komprimiert auch 3ivx im Quasi-MPEG-4 Standard, was das Abspielen mittels QuickTime 6 ohne die Installation von Decoder-Komponenten möglich macht. Ebenso wie das Windows-Pondon eignet sich der 3ivx-Codec vor allem für mittlere Datenraten, sprich die Wiedergabe von CD. Bei einer Datenrate um die 500 KB/sec bei halber Bildgröße (360 x 288) erreicht der Codec annähernd DV-Qualität. Info: www.3ivx.com , Preis: 20 US-Dollar.

Animation (spational):

Animation ist einer wichtigsten Codecs wenn es darum geht, Video aus anderen Programmen zu erstellen, beispielsweise eine Szene aus einem 3D-Programm auszurendern. Der Animation-Codec arbeitet "lossless", d. h. bei entsprechender Einstellungen sind keinerlei Qualitätsverluste sichtbar. Ausserdem unterstützt Animation als einziger Codec einen Alphakanal (Transparenzen), was bei komplexen Specialeffekten Voraussetzung ist.

Foto-JPEG (spational):

Obwohl einer der ältesten Codecs gilt FotoJPEG unter Experten noch immer als der beste Kompromiss zwischen Qualität und Datenrate. Da FotoJPEG ein spationaler Codec ist, läßt er sich hervorragend schneiden und hat bei einer Qualität von 75% kaum sichtbare Qualitätsverluste. FotoJPEG generiert im Vergleich zu temporären Codecs wie 3ivx oder Sorenson jedoch relativ grosse Dateien, daher eignet er sich weniger für die Wiedergabe als eher für die Weiterverarbeitung.

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