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Virtuelle Welt Second Life wird mit Audio-Chat ein Stück realer

08.03.2007 | 09:00 Uhr |

Die virtuelle Welt Second Life wird ein wenig realer: Die Betreiberfirma Linden Labs hat neue Dienste aufgesetzt. Einer dieser Dienste ist ein integrierter Audio-Chat sein, dessen öffentlicher Beta-Test Ende diesen Monats beginnt. Während sich eine Vielzahl von Nutzen darauf freut, demnächst die Tastatur links liegen lassen zu können, sehen sich andere Charaktere in ihrer virtuellen Existenz bedroht.

Macwelt-TV zu Second Life per Klick auf das Bild starten.
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Linden Lab hat für eine kleine Gruppe von Second Life-Benutzern das Audiochat-Feature schon freigeschaltet. Im Interview mit c|net kündigt der Betreiber an, dass User bald wie in der echten Welt Sprachunterhaltungen von Avataren in der direkten Nähe mithören und sich daran beteiligen können, außerdem werden auch gezielt Gespräche zwischen Personen möglich, die sich nicht in Rufweite befinden. Gegenwärtig können sich die Besucher der virtuellen Welt nur via Textchat oder unter Zuhilfenahme eines Audio-Chat-Programms wie Skype unterhalten. Eigentümer von Liegenschaften müssen dieses Feature aber auf ihrem Land freischalten, nach dem Beta-Test wird die Bereitstellung des Audio-Chat für den Landbesitzer kostenpflichtig. Sie sei aber in der aktuellen Monatspauschale von 295 US-Dollar bereits enthalten. Während die meisten User sich über die kostenlose Erweiterung freuen dürften, sehen andere Probleme auf sich zukommen: die Gruppe der virtuellen Transgender. Jene, die im virtuellen zweiten Leben vorgeben, ein anderes Geschlecht zu besitzen als ihr reales biologisches, würden durch den Audio-Chat entlarvt werden. Diese Gefahr sieht Second-Life-Bewohnerin Noche Kandora. In der realen Welt ist sie ein Mann ist und hat Diskriminierung bereits erlebt, wenn die reale und virtuelle Umgebungen sich kreuzen - wie bei einer Einladung zu einer Talkshow über Second Life. Hilfreich wären Softwaretools, die die Stimme verändern und aus einem sonoren Bass einen Sopran oder etwas außerirdisch klingendes machen könnten. Der Beta-Test der Sprachdienste soll auch diese Möglichkeiten ergründen. Textchats haben, wie andere User betonen, aber auch die praktische Eigenschaft, dass eine Unterhaltung nicht mehr transkribiert werden müsse.

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