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Microsoft steigert Umsatz und Gewinn

18.07.2008 | 10:43 Uhr |

Der weltgrößte Software-Konzern Microsoft kann dank guter Geschäfte mit seinem Windows-System Gewinn und Umsatz weiter kräftig steigern. Der Überschuss kletterte in dem Ende Juni abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal um 42 Prozent auf 4,3 Milliarden Dollar (2,7 Mrd Euro).

Der Umsatz sei im Vergleich zum Vorjahr auch dank der Dollar-Schwäche um 18 Prozent auf 15,8 Milliarden Dollar gestiegen, gab Microsoft am Donnerstag nach US-Börsenschluss in Redmond (Bundesstaat Washington) bekannt. Der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr enttäuschte die Anleger jedoch.

Im laufenden Quartal erwartet Microsoft einen Gewinn je Aktie von 0,47 bis 0,48 Dollar bei einem Umsatz von bis zu 14,9 Millionen Dollar. Experten hatten mit mehr gerechnet. Auch mit seinem Gewinn je Aktie im vergangenen Quartal verfehlte Microsoft die Schätzungen der Analysten knapp. Die Aktie kam nachbörslich deutlich unter Druck.

Microsoft scheiterte zuletzt mehrfach mit dem Versuch einer milliardenschweren Übernahme des Internet-Konzerns Yahoo!. Der Software-Riese sucht nach neuen Wachstumsfeldern im Web und wollte mit dem Kauf von Yahoo! der großen Dominanz des Rivalen Google bei lukrativen Anzeigen im Umfeld von Internet-Suchergebnissen ein Ende machen.

Microsoft-Finanzchef Chris Liddell nannte am Donnerstag eine Einigung mit Yahoo! auch auf lediglich einen Teilkauf inzwischen weniger wahrscheinlich. Microsoft werde daher bei der Internet-Suche auf eigene Faust wachsen. Microsoft nahm laut Berichten unterdessen Gespräche mit dem zum Time-Warner-Konzern gehörenden Internetportal-Betreiber AOL auf. Thema sei ein möglicher Zusammenschluss im Online-Geschäft.

In der noch relativ kleinen Online-Sparte von Microsoft fiel im vergangenen Quartal erneut ein Verlust an. Auch der Bereich rund um die Spielekonsole Xbox lag zuletzt im Minus, schaffte es aber im Gesamtjahr die schwarzen Zahlen.

Der wichtige Konzernbereich rund um die Windows-Betriebssysteme mit der neuesten Version Vista steigerte den Umsatz um fast 15 Prozent. Microsoft profitierte dabei auch von einem starken Wachstum des PC-Marktes vor allem durch den Boom bei Notebooks. Damit konnte der Software-Konzern zumindest vorerst Bedenken widerlegen, eines seiner Kernprodukte zeige Ermüdungserscheinungen. Stark präsentierte sich zudem der Server-Bereich mit einem Umsatzplus von 21 Prozent. Die ebenfalls große Sparte mit den Office-Anwendungen steigerte die Erlöse zwar um fast 14 Prozent, blieb damit aber etwas unter den Erwartungen.

Im Gesamtjahr 2007/2008 (30. Juni) steigerte Microsoft den Überschuss um 26 Prozent auf 17,7 Milliarden Dollar. Der Umsatz wuchs um 18 Prozent auf 60,4 Milliarden Dollar.

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