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Unternehmen erwarten besser zu pflegendes Skype von Microsoft

16.05.2011 | 07:07 Uhr |

IT-Administratoren hoffen, dass Skype in Zukunft auf die Sicherheitsansprüche im Firmeneinsatz abgestimmt wird. Schutz des geistigen Eigentums und Kontrolle des Datenaustausches hat in einer Formenumgebung klaren Vorrang vor Skypes Version einer abhörsicheren Verbindung

Für die System-Administratoren war Skype bisher ein Dorn im Auge: Mike Lee, Marketing-Direktor bei Websense , beschreibt, dass Skype aggressiv und willkürlich jeden offenen Port auswählt, um erfolgreich Video- und Audio-Verbindungen aufzubauen. In der Praxis war es bisher ein Alptraum, dieses Verhalten im Firmennetzwerk zu kontrollieren oder Skype komplett zu blockieren, und Lee sieht für Microsoft jetzt die Chance , Skype auf vordefinierte Web-Ports zu beschränken.

Skype kommt mit eigener Verschlüsselung und auch dies ist ein Problem für Sicherheit in Unternehmensnetzwerken. Mit einer speziellen Konfiguration über ein Websense Web Security Gateway können die von Skype übertragenen Daten entschlüsselt, analysiert und erneut verschlüsselt weitergesendet werden: dieses Verfahren, das Lee bei einigen Websense-Geschäftskunden einsetzt, führt zu unerwünschten Verzögerungen in der Audio- oder Videoübertragung, ist aber die einzige Methode um eventuelle Sicherheitsbrüche zu kontrollieren.

Auch andere Unternehmenskunden hoffen auf ein transparenteres Skype , das sich sicher im Firmennetz konfigurieren lässt. Matt McKinley, Produkt-Manager bei Stonesoft, erhebt jede Menge Bedenken gegen den Einsatz der derzeitigen Skype -Versionen. Die Übertragungen sind nicht nur schwer zu beschränken oder blockieren, aber auch das von Skype eingesetzte Protokoll ist nicht überwachbar. Die europäischen Entwickler haben bisher nicht das Geheimnis gelüftet, was genau sich hinter den Skype-eigenen Protokoll-Entwicklungen verbirgt und seit Jahren wird offen spekuliert, was Skype kann und nutzt. So traten vor zirka drei Jahren gar Gerüchte auf, dass Skype eine Hintertür eingebaut hat und Mitarbeiter in Österreich willkürlich alle Gespräche abhören. Die meisten Beschwerden kommen jedoch von verschiedenen Regierungen, die durch Skype ihre eigenen Überwachungen außer Kraft gesetzt sehen. Erst im letzten Monat hat der russische Sicherheitsdienst FSB erneut gefordert, den Einsatz von Skype, Googlemail und Hotmail in Russland komplett zu verbieten.

Mehr Transparenz soll aber nicht nur Datenschutz oder sichere Konfigurationen ermöglichen. Letztendlich enthält auch Skype Sicherheitslücken , die im Firmeneinsatz dann umgehend durch andere Dienstprogramme geschützt werden könnten.

Microsoft hat noch keine Einzelheiten bekannt gegeben, was sich in Zukunft in Skype ändern wird. Microsofts CEO Steve Ballmer hat aber Anfang der letzten Woche angekündigt, dass neben dem Einbau von Skype-Optionen in Office, Xbox und Windows Phone und der angehenden Unterstützung für Plattformen anderer Hersteller in Zukunft mehr Unternehmenskunden Skype einsetzen werden.

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