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Vodafone und Unitymedia planen keine Bandbreiten-Drosselung

24.04.2013 | 10:22 Uhr |

Die Deutsche Telekom will eine Bandbreiten-Drosselung bei ihren (V)DSL-Verträgen einführen. Unitymedia und Vodafone haben versichert, dass man derzeit keine Bandbreiten-Drosselung plane.

Die Ankündigung der Deutschen Telekom, (V)DSL-Anschlüsse künftig drosseln zu wollen, schlägt hohe Wellen. Und die Pläne der Deutschen Telekom zur Bandbreiten-Drosselung sind natürlich Wasser auf die Mühlen der Kabelnetzbetreiber. Helge Buchheister, Pressesprecher des Kabelnetzbetreibers Unitymedia, stellte uns gegenüber hierzu folgendes klar:

“Unitymedia KabelBW drosselt die Internetanschlüsse seiner Kunden derzeit nicht. Durch die hohe Kapazität des glasfaserbasierten Breitbandkabels können wir bereits heute in Hessen und Nordrhein-Westfalen Internetgeschwindigkeiten von 150 Mbit/s anbieten, in Baden-Württemberg bis zu 100 Mbit/s, und zukünftig durch entsprechende Anpassungen die Downloadgeschwindigkeit auf 400 Mbit/s erhöhen – und das bis in den ländlichen Raum. Möglich macht dies die Bündelung von Kanälen mit dem Übertragungsstandard DOCSIS 3.0 und späteren Nachfolgestandards. Auf der Kabelmesse ANGA COM haben wir 2011 im Rahmen eines Tests sogar einen Triple Play Anschluss mit 1,5 GBit/s im Download, Telefonie und Digital TV realisiert. Das Breitbandkabel von Unitymedia KabelBW hat also noch ausreichend Reserven. Eine Volumenbegrenzung ist daher aktuell kein Thema für uns."

Immerhin: Auch Unitymedia KabelBW behält sich eine Änderung seiner Vorgehensweise vor, falls die Bandbreiten doch einmal eng werden sollten. Aber vorerst können Kabelkunden von Unitymedia KabelBW aufatmen. Das Unternehmen betreibt Kabelnetzen in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Hessen.

Fairerweise muss man jedoch sagen, dass auch Telekom-Kunden noch eine Gnadenfrist haben. Denn erstens ändert sich bei Altverträgen bis auf weiteres nichts, die Bandbreiten-Drosselung gilt ohnehin nur für Neuverträge. Und selbst bei diesen tritt sie technisch wohl erst im Jahr 2016 in Kraft. Obendrein wird der Traffic, der beispielsweise durch die speziellen Telekom-Angebote von „Entertain“ verursachte wird, nicht berücksichtigt für das Erreichen der Traffic-Obergrenzen.

Verschiedene Medien berichten unter Berufung auf das Blog netzpolitik.org, dass auch Vodafone, der Hauptkonkurrent der Deutschen Telekom, eine Bandbreiten-Drosselung einführen möchte. Wir fragten bei Vodadone nach, ob das Unternehmen tatsächlich ebenfalls eine Bandbreiten-Drosselung planen würde. Und was es mit dem diesbezüglichen Bericht von netzpolitik.org auf sich habe. Dirk Ellenbeck, Pressesprecher von Vodafone, bestätigte uns soeben ausdrücklich, dass Vodafone keine Pläne zur Bandbreiten-Drosselung bei DSL-Verbindungen habe. Es sei ihm schleierhaft, wie netzpolitik.org dazu käme, dies zu behaupten.

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