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Vodafone will mit aggressiven Preisen UMTS-Marktführer werden

24.09.2004 | 16:49 Uhr |

Frankfurt - Der weltgrößte Mobilfunkanbieter Vodafone will nach Angaben aus Branchenkreisen mit einer aggressiven Preisstrategie der führende UMTS-Anbieter in Deutschland werden.

"Die wollen die Nummer eins werden und werden daher hohe Subventionen für UMTS-Geräte gewähren", erfuhr dpa-AFX am Freitag aus den Kreisen. Der Preiskampf würde die Pläne von T-Mobile-Chef Rene Obermann durchkreuzen, der die Zuschüsse beim Weiterverkauf von Mobiltelefonen senken will. Vodafone wird pünktlich zum wichtigen Weihnachtsgeschäft in Deutschland sieben UMTS-taugliche Handys ins Programm aufnehmen und damit sein Sortiment auf neun Geräte erweitern. Zu den Preisen will sich die deutsche Tochter Vodafone D2 erst im November äußern. Einen ersten Vorgeschmack lieferte der bisherige Wettbewerb um UMTS-Kunden. So hat Vodafone die Preise für seine beiden UMTS-tauglichen Handys um 200 Euro auf 98 Euro gesenkt. Für Überraschung in der Branche sorgte auch der Preisnachlass bei UMTS-Datenkarten, die Vodafone für einen Euro im Programm hat.

Fallende Preise

Die Preise sind damit aber noch nicht am Boden angekommen. "Es gibt bei neuen Technologien immer eine klare Preistendenz nach unten. Das wird auch bei UMTS so sein", sagte Konzernsprecher Jens Kürten. Vodafone erhält auf Grund der hohen Stückzahlen erhebliche Preisnachlässe von den Handy-Herstellern. "Die geben wir direkt an den Markt weiter."

Für den Weltmarktführer, der in Deutschland den zweiten Rang hinter T-Mobile belegt, nimmt die dritte Mobilfunkgeneration einen wichtigen Stellenwert in der Konzernstrategie ein. "UMTS ist daher ein wichtiger Teil des Weihnachtsgeschäfts und wird es verstärkt auch im kommenden Jahr sein", sagte Kürten. Die Mobilfunkanbieter gewinnen traditionell die meisten Kunden im Weihnachtsquartal.

Marktführer unter Druck

Mit ihrer aggressiven Vermarktungsstrategie bringt Vodafone die Deutsche Telekom unter Druck. Der Marktführer will die Subventionen für Mobiltelefone zurückfahren. Derzeit gewähren die Mobilfunkanbieter bei Vertragsabschluss oder -verlängerung im Durchschnitt einen Preisnachlass von rund 200 Euro. T-Mobile-Chef Obermann will dies grundlegend ändern. Nach seinen Worten will der Marktführer die Subventionen weiter reduzieren und dafür seine Tarife senken. Für die Neugewichtung von Tarifen und Subventionen ist T-Mobile bereit, auf Neukunden zu verzichten.

Die Bonner hatten zur Jahresmitte mit 27,1 Millionen rund 1,6 Millionen Kunden mehr unter Vertrag als Vodafone. Allerdings schmilzt der Abstand allmählich zusammen; im zweiten Quartal blieb T-Mobile Deutschland trotz kräftiger Zuwächse im Neukundengeschäft hinter seinem schärfsten Verfolger zurück.

Der harte Wettbewerb hinterließ seine Spuren in der Bilanz der Telekom. So lag die operative Marge im ersten Halbjahr unter dem Zielwert von 40 Prozent. Telekom-Chef Kai Uwe Ricke versprach für die zweite Jahreshälfte eine deutliche Verbesserung. Im Gesamtjahr soll T-Mobile Deutschland wieder eine Marge von mehr als 40 Prozent ausweisen.

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