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Voller Speicher

27.05.2003 | 15:29 Uhr |

Dank Fachbegriffen und verschiedenen Standards artet die gezielte Suche nach dem richtigen Speicher-Upgrade schnell in eine unübersichtliche Odyssee aus - dabei kann es so einfach sein.

Wenn sich jemand mit seinem Mac oder PC als normaler Anwender - ohne intensive Kenntnisse der dahinter steckenden Technik - beschäftigt, macht sich das fehlende Grundlagenwissen spätestens bei einer fälligen Modernisierung der Hardware unangenehm bemerkbar. Selbst der spontane Kauf eines zusätzlichen Speicherbausteins kann im gut sortierten Fachhandel schnell zu einer persönlichen Niederlage entwickeln. Sie haben einen Apple G4 mit 512 MB Arbeitsspeicher und wollen ihr gutes Stück auf einen Gigabyte RAM (Random Access Memory) erweitern - aber bei welcher Speicherbank müssen Sie zugreifen?

 

Zunächst einmal kommt es auf den verwendeten Rechner und dessen Alter an. Computer mit einem Baujahr vor 2000 arbeiten in sehr vielen Fällen noch mit PC100- oder PC133-SDRAM (Synchronous Dynamic Random Access Memory). Bei den Buchstaben- und Zahlenkombinationen handelt es sich um die Angabe des jeweils unterstützen Standards. Diese Standards stammen aus der Ideenschmiede von Intel, die damit vor allem Herstellern von Speicherbausteinen eine einfache Klassifizierung ermöglichen. Während PC100 und PC133 für den jeweils verwendeten Bustakt des Systems stehen (100 MHz und 133 MHz), bezeichnen die neueren Klassen PC2100, PC2700 und PC3200 für den theoretischen maximalen Datendurchsatz in Megabyte zwischen Prozessor und Hauptspeicher. Technisch betrachtet zählen alle Bausteine mit einer vierstelligen PC-Klasse zu den DDR-SDRAMs (Double Data Rate Synchronous Dynamic Random Access Memory).

 

Gemischte Doppel

 

Dieser Bruch mit der eingeführten Regel ist aus praktischer Sicht durchaus sinnvoll: DDR-Bausteine erhöhen zwar die Leistung des Systems durch die effektive Verdoppelung des Datendurchsatzes, basieren jedoch weiterhin auf den gewöhnlichen Taktfrequenzen des Systembuses. PC2100-Speicher ist beispielsweise auch als DDR266 bekannt, technische Basis ist in diesem Fall ein Systemtakt von 133 MHz. Entsprechend dazu sind die Spezifikationen von PC2700 (DDR333, 166 MHz Systemtakt) und PC3200 (DDR400, 200 MHz Systemtakt). Letztere Speicherart ist noch sehr neu und momentan nur auf ausgewählten Mainboards für Intel-Prozessoren vorhanden. Früher oder später wird aber auch dieser Standard den Weg in die Mac-Architektur finden.

 

Aktuelle G4-Rechner sowie die Xserve-Plattformen mit zwei Prozessoren stellen derzeit maximal 166 MHz Bustakt zur Verfügung. In diesen Maschinen ist PC2700-Speicher am besten aufgehoben. Bei den Einsteiger-Modellen á la eMac, iMac und G4 (1x 1 GHz) arbeiteten die Leitungen zwischen Hauptspeicher und Prozessor maximal mit 133 MHz, was wiederum dem Standard PC2100 entspricht. Welche Hardware mit welchen Bustakt arbeitet lässt sich sehr einfach über die "Technischen Spezifikationen" der einzelnen Mac-Rechner im offiziellen Apple-Store recherchieren.  Schon diese Angabe reicht, um im Fachhandel einen kompatiblen Speicherbaustein kaufen zu können. Nachdem ältere Modelle nicht mehr im Apple-Store vorhanden sind, lohnt sich ein Blick in die Datenbank der Freeware "Mactracker".

 

Einfach shoppen

 

Einen sehr vorbildlichen Informations-Service bietet der Speicherhersteller Crucial Technologies auf der eigenen Webseite. Ein Assistent - der "Memory Chooser" sucht dem Interessenten über einfache Menüs den passenden Baustein aus dem großen Angebot automatisch heraus. Auch Apples Computer sind bei Crucial prominent vertreten. Allerdings sieht es auf den ersten Blick so aus, als könne Crucial auch für klassische Plattformen wie den Apple II ci entsprechende Upgrades verkaufen - in einigen Fällen bekommt der Anwender dann lediglich ein negatives Ergebnis präsentiert. Immerhin bietet Crucial eine kostenlose Hotline per Telefon und E-Mail an. Zumindest besteht dann die Chance, dass die Techniker von Crucial doch noch einen guten Tipp geben können. Leider gibt es den Memory Chooser derzeit nur in englischer Sprache, die Europa-Niederlassung in England arbeitet aber bereits an einer deutschen Lokalisierung. Dank Fachbegriffen und verschiedenen Standards artet die gezielte Suche nach dem richtigen Speicher schnell in eine unübersichtliche Odyssee aus - dabei kann es so einfach sein.

 

:Screenshot-Gallerie: Mactracker und Crucials "Memory Chooser" in Aktion...

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