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Vom Podcast zum Paidcast

15.03.2006 | 15:52 Uhr |

Kommerzialisierung polarisiert die Podcast-Szene: Die einen fühlen sich verraten, die anderen freuen sich über professionelle Podcasts. In den Foren wird heftig gezankt

Tonjuwelen: Die Berliner Profis Doris Hammerschmidt und Frank Busch bieten Podcasting als Dienstleistung an.
Vergrößern Tonjuwelen: Die Berliner Profis Doris Hammerschmidt und Frank Busch bieten Podcasting als Dienstleistung an.

Die Podcast-Szene scheint sich derzeit in „private“ und „professionelle“ Podcaster zu spalten. Nachdem Pionier Adam Curry mit seinem „Daily Source Code“ dafür gesorgt hat, das Medium bekannt zu machen, will er jetzt damit Geld verdienen. Fast neun Millionen Dollar Risikokapital hat er eingesammelt, um dem Radio mit seinem Podshow.com Paroli zu bieten. Und es folgen weitere: Der Video-Podcast Rocketboom verkaufte seinen ersten Werbeplatz für 40 000 Dollar über eBay, Audible holte sich den erfolgreichen und beliebten Ricky-Gervais-Podcast ins Programm und wird ihn künftig verkaufen. Auch deutsche Podcaster beginnen, mit Sponsoring und Werbung zu experimentieren. Einer davon, der auch noch als Marketing- und Werbeberater sein Geld verdient, ist Alex Wunschel. In seinem Podcast „Blick über den Tellerrand“ beleuchtet er die Szene. „Ich habe auch das Gefühl, dass in Deutschland eine Professionalisierung stattfindet,“ so Wunschel. „Die Kommerzialisierung wurde von Anfang an in der Podcast-Szene kritisch diskutiert. Aber es zeichnet sich ab, dass kreative Konzepte zukünftig auch in diesem Medium refinanzierbar werden.“

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