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Von Copland bis Tiger

04.05.2005 | 15:16 Uhr |

Apple ist zwar schneller als Microsoft, die Entwicklung von Mac-OS X dauerte aber auch zehn Jahre.

Apple nennt Tiger " das größte Mac-OS-Update der Mac-Geschichte". Wer seine Vorgänger kennt, weiß, welche Anstrengung es Apple gekostet hat, "the next generation Mac-OS" zu entwickeln. Am Anfang der Entwicklung musste das Unternehmen auch einige Fehlentwicklungen finanzieren.

Konkurrenz für Windows

Microsofts Betriebssystem Windows wurde erst mit Version 3.1 ein richtiger Erfolg und sollte 1993 ein unter dem Codenamen Chicago entwickeltes Update bekommen. Während sich das Update verspätete und zu Windows 95 wurde, war Apple klar, dass es mit einem radikalen Update seines Mac-OS reagieren musste. Diverse Projekte, in denen das Mac-OS komplett neu geschrieben werden sollte, waren Totgeburten. Star Trek war der kühne Versuch, das Mac-OS auf zwei Intelprozessoren zu portieren, wurde jedoch zu Gunsten des Power-PC fallen gelassen. Raptor, das auf jedem beliebigen Prozessor laufen sollte, wurde ebenfalls schnell wieder ausgelöscht. Pink, das gemeinsame Projekt von Apple und IBM starb einen langsameren Tod, weil es zunächst in eine eigene Firma namens Taligent ausgelagert wurde. Doch jetzt zu den Vorgängern des heutigen Mac-OS X:

1. Copland

Apple kündigte Copland (benannt nach dem Komponisten Aaron Copland und nicht etwa nach dem gleichnamigen Film mit Sylvester Stallone) im März 1984 an. Das Projekt war ein Desaster, sein Veröffentlichungstermin rutschte hinter den von Windows 95 und immer weiter. Apples damaliger CEO Gil Amelio beschrieb Copland als "reine Ansammlung unterschiedlicher Bestandteile, von denen jedes aus einem anderen Entwicklerteam stammte... die sich irgendwie auf wundersame Weise zu einem Ganzen verbinden sollten." Im Mai 1997 gab Amelio bekannt, dass Copland nie als eigenständiges Udpate veröffentlicht werden würde, sondern nur seine besten Bestandteile, sobald diese fertig seien. Im Verlauf dieses Jahres stellte Apple das Projekt dann ganz ein.

2. Gershwin

Der Nachfolger von Copland trug ebenfalls den Namen eines Komponisten und sollte erstmals einen Speicherschutz beinhalten. Da jedoch niemand wirklich an Gershwin arbeitete, bleib Gershwin ein Geisterprojekt.

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