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Von New York nach Köln

13.04.2005 | 11:18 Uhr |

Erste Station von Adobes Party zur Vorstellung des Programmpakets Creative Suite 2 war New York, Ende Mai kommt eine etwas verkleinerte Version der Party unter dem Namen "Adobe Live" nach Köln.

In New York hat Adobe einiges aufgefahren: Über-Geschäftsführer (CEO) Bruce Chizen und Geschäftsführer (COO) Shantanu Narayen sprachen zu einigen Hundert geladenen Gästen im Hyatt-Hotel an der Grand Central Station, dem Hauptbahnhof New Yorks. Was anfangs nach trockenen Reden aussah, wurde schon nach 15 Minuten spannend: Bruce Chizen zeigte, welche Ideen seine Entwickler derzeit verfolgen: Zum Beispiel die Wiedergabe eines Films innerhalb einer PDF-Datei, wobei man in Acrobat Pro Kommentare auf die Millisekunde genau hinzufügen kann und das Ergebnis anschließend als PDF-Datei zurück an den Filmemacher schicken kann.

Bruce Chizen, CEO Adobe
Vergrößern Bruce Chizen, CEO Adobe
© 2015

Oder eine Software, die in einem Gruppenfoto das Gesicht jeder einzelnen Person auswählt und einem anschließend die Möglichkeit gibt, die Namen der einzelnen Personen einzugeben. Das PC-Videoschnittprogramm Premiere haben die Ingenieure so erweitert, dass es bei Filmaufnahmen ohne Kameraschwenk den Hintergrund vom bewegten Vordergrund trennen kann - beispielsweise kann man so eine Haus an einer befahrenen Straße filmen und anschließend das Haus auf eine Ebene stellen und die fahrenden Autos auf eine andere. Einziger Wermutstropfen bei diesen drei Projekten: Sie sind nicht zu kaufen, da sie im Moment noch im ersten Entwicklungsstadium stecken.

Danach standen in New York die Neuerungen von Adobes Programmpaket Creative Suite 2 im Vordergrund; zum Beispiel die Integration von fünf Bilderdiensten ("Stock photos") in Adobe Bridge, jener Software, die zwischen allen anderen Programmen wie Photoshop, Indesign, Illustrator und Golive steht und einem helfen soll, den Überblick über die Projekte zu bewahren. Die fünf Bilderdienste sind Photodisc (Getty Images), Comstock, Digitalvision, Amana und Imageshop (Zefa Images). Laut Bruce Chizen ist man derzeit in Verhandlungen mit weiteren Bilderdiensten, sobald diese abgeschlossen sind, lassen sich deren Angebote mit einem kleinen Update in Adobe Bridge aufnehmen.

Adobe kündigte in New York an, dass man in Bridge ein Verzeichnis von Fotografen aufnehmen wolle, die Verhandlungen laufen zur Zeit. Wer seine Werke dort veröffentlichen will, muss allerdings nach den Regeln von Adobe spielen und Metainformationen zu den Bildern wie Urheber, Copyright, Beschreibung und andere in Adobes XMP-Format an die Bilder anhängen.

2004 hat Adobe nach eigenen Angaben die erste Version von Creative Suite 700.000 verkauft; interne Statisken zeigen, dass davon rund 400.000 von Kreativen Profis ("creative pros") genutzt werden. Der Mac-Anteil an den 700.000 liegt laut Shantanu Narayen bei etwa 60 Prozent. Sobald Creative Suite 2 auf dem Markt ist, will Adobe mit günstigen Update-Angeboten an alle herantreten, die bisher mit älteren Adobe-Produkten, zum Beispiel Photoshop 7 oder Indesign 2, arbeiten und sie zum Kauf von Creative Suite 2 animieren. Wie bisher will Adobe das Update damit vor allem für die Besitzer älterer Photoshop-Versionen schmackhaft machen.

Außerdem erklärte Adobe das etwas konfuse Nummerierungsschema der Programme: Die Creative Suite 2 umfasst wie bisher in der Premium-Version Photoshop, Indesign, Illustrator und Golive; diese vier tragen den Versionszusatz CS 2. Außerdem legt Adobe in der Premium-Version Acrobat 7 Professional bei und da Adobe den PDF-Editor zu einer eigenständigen Produktlinie zählt, trägt Acrobat nicht den Versionszusatz CS 2.

In der Standardversion von Creative Suite 2 fehlen Acrobat und Golive; im Paket liegen also nur Indesign, Illustrator und Photoshop.

Die Zusatzprogramme Adobe Bridge, Adobe Stock Photos und Adobe Version Cue gehören zur Premium- und zur Standardversion, außerdem erhält man sie auch beim Kauf einer Einzelversionen von Indesign, Illustrator, Photoshop oder Golive.

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