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Vorbehalte gegen Kirch-Telekom-Allianz

21.02.2000 | 00:00 Uhr |

Das von der Kirch-Gruppe und der Deutschen Telekom
geplante Bündnis für Internet und Kabelfernsehen stößt beim
Bundeskartellamt nach ersten Einschätzungen auf grundsätzliche
Vorbehalte. Wenn sich zwei derart bedeutende Unternehmen im Sektor
von Online-Inhalten und auf Netzbetreiberseite zusammenschlössen,
dann sei dies wegen der möglichen Marktbeherrschung «problematisch»,
sagte ein Sprecher des Kartellamts am Montag in Bonn. Eine genaue
Bewertung könne aber erst erfolgen, wenn die formelle Anmeldung der
genehmigungspflichtigen Allianz vorliege. Diese Prüfung könne bis zu
vier Monaten dauern.

Voraussichtlich fände die Prüfung des Zusammenschlusses in Bonn
und nicht in Brüssel statt, erläuterte der Sprecher. Falls es sich um
einen Gesamtumsatz von mehr als fünf Milliarden Euro (oder rund zehn
Milliarden DM) handele, sei die EU-Kommission zuständig, sonst
das Kartellamt. In die Hand Brüssels falle aber dann nicht mehr die
Prüfung, wenn zwei Drittel des Gesamtumsatz in Deutschland erzielt
würden. Dies sei hier vermutlich der Fall.

Die Telekom will für angeblich rund eine Milliarde DM 51 Prozent
der Kirch-Firma Beta Research übernehmen. Das Joint Venture soll
Decoder und Software für TV-orientierte Multimedia-Plattformen
entwickeln. Im Mittelpunkt stünden Set-Top-Boxen für digitales
Fernsehen, Multimediadienste, breitbandiges Internet sowie
Video on Demand.

dpa

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