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Vorwürfe gegen Esser schwerwiegender als bekannt

24.02.2003 | 10:22 Uhr |

Die Vorwürfe der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft gegen den früheren Mannesmann-Chef Klaus Esser und seinen Vorgänger Joachim Funk sind nach Zeitungsinformationen schwerwiegender als bislang bekannt. In der Anklageschrift werde ihnen zur Last gelegt, die umstrittenen Zuwendungen von 110 Millionen DM an sich selbst und andere Führungskräfte bereits verabredet zu haben, als sie sich noch gegen eine feindliche ?bernahme durch Vodafone hätten stemmen können, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ/Samstagausgabe). Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf wollte den Bericht nicht kommentieren. In der kommenden Woche werde sie in einer Pressekonferenz zur Klageschrift Stellung nehmen, sagte Staatsanwalt Johannes Mocken der dpa. In der 'FAZª hie? es weiter, die Anklage wolle ihre Vorwürfe mit Hinweisen in schriftlichen Verabredungen von Ende Januar belegen. Die beiden hätten sich selbst begünstigt und gegen das Interesse des Unternehmens versto?en. Aufsichtsratschef Funk habe die Millionenzuwendungen an sich sogar selbst mitbeschlossen. Für die Zahlungen habe es keinerlei Berechtigung nach dem Aktiengesetz gegeben. Auch sollen Beschlüsse und Protokolle Fehler aufweisen. Nach Informationen der 'Süddeutschen Zeitungª (Samstagausgabe) wirft die Staatsanwaltschaft Aufsichtsräten und Managern vor, ohne Rechtsgrundlage zu Lasten der Aktionäre Boni und Abfindungen in Millionenhöhe bewilligt zu haben. Zu den Beschuldigten gehören auch Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und IG-Metall-Vorsitzender Klaus Zwickel. Wie der "Spiegel" schreibt, sei den Ermittlern vor allem verdächtig erschienen, "dass die Zahlungen als geheime Kommandosache liefen - und dass getrickst und gemauschelt wurde". Dies spreche ihrer Ansicht dafür, dass die Verantwortlichen gewusst hätten, "dass sie etwas taten, was nicht rechtens war", schreibt das Nachrichtenmagazin. dpa

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