872221

WWDC 2000: Was Apple bringt

09.05.2000 | 00:00 Uhr |

Nach der Macworld Expo Tokio im Februar steht endlich wieder ein großer Event für die Mac-Gemeinde an: Vom 15. bis 19. Mai ruft Apple seine Entwicklergilde nach San José zur World Wide Developers Conference (WWDC). Steve Jobs und Software-Chef Avidis "Avie" Tevanian gestalten am kommenden Montag die Eröffnungszeremonie der Programmierern vorbehaltenen Konferenz. Macwelt ist mit drei Redakteuren vertreten.

Schon seit Wochen brodelt es ob der anstehenden WWDC in der Gerüchteküche - was wird Apple vorstellen: Neuauflagen des Multiprozessor-Power-Mac oder des Newton-PDA? Die Beta von Mac OS X oder Web Objects Version 5.0?

Einen Power Mac mit zwei oder gar mehr G4-Prozessoren an Bord wird es in naher Zukunft auf jeden Fall geben - die Frage ist nur: Wann genau? Die Hardware jedenfalls exisitiert bereits. Nach Macwelt-Informationen stehen Prototypen solcher Maschinen nicht nur in den Hochsicherheitslabors von Apple. Auch handverlesene Softwareunternehmen, die ihre Programme auf die Multiprocessing-Fähigkeiten des Unix-basierten Mac-OS X vorbereiten wollen, verfügen schon über Dualprozessor-G4-Macs.

Sinn macht der Einsatz eines mit mehreren G4-Prozessoren arbeitenden Macs jedoch erst unter Mac-OS X - und das soll laut Apple "im Sommer" marktreif sein, vermutlich also zur Macworld Expo New York. Insofern stellt sich die Frage, ob die Multiprozessor-Maschinen es auf die Keynote-Bühne schaffen, oder ob sie vorerst nur im Separée zu sehen sind und im Juli ein glanzvolles Debüt geben.

Zwar lässt Steve Jobs' Abneigung gegen Halbheiten letzteres plausibler erscheinen, doch auch der iMac und die Powerbooks Wallstreet sowie Lombard erblickten das Licht der Öffentlichkeit auf oder im Vorfeld einer WWDC, auch wenn sie erst bis zu drei Monate später in den Handel kamen.

In jedem Fall werden Jobs und Tevanian die Keynote dazu nutzen, Neues und Spektakuläres rund um Mac-OS X vorzustellen, vielleicht auch den Startschuss für den Betatest zu geben. Ein Sahnehäubchen in Form neuer Produkte sollte dennoch dabei sein. Ob nun Web Objects 5, ein PDA, eine weitere Revision des iMac oder DV-iBooks - ein öffentlichkeitswirksames Schmankerl wird es geben. Während Überarbeitungen der aktuellen Produktlinie nicht weiter verwunderlich wären, markierte Web Objects 5 eine überraschende Initiative Richtung Enterprise-Markt. Die Sensation wäre freilich ein Apple-PDA.

Die Entwickler können auf der WWDC Konferenzen zu Mac-OS 9, Mac-OS X, zur digitalen Medienproduktion, zu Netzwerken und Sicherheit sowie zu Hardware und Entwicklungswerkzeugen wie Web Objects belegen.

Apple fühlt sich außerdem berufen, angehenden Softwareunternehmern unter die Arme zu greifen und ihnen neben technischem auch betriebswirtschaftliches Know-How zu vermitteln. Dazu stehen Schulungen zu grundlegenden Themen wie Finanzierung und Marketing auf dem WWDC-Veranstaltungskalender.

Wer bereits im Software-Markt Fuß gefaßt hat, den wird in Sachen Marketing eher ein anderes Bonbon der WWDC interessieren: Wie auf jeder Entwicklermesse krönt Apple herausragende Produkte aus dem vergangenen Jahr. Es werden vergeben: Preise für das innovativste Produkt, das beste Look-and-Feel, die beste Verwertung von Apple-Technologien und das beste neue Produkt. Über das laufende Geschehen werden wir ab Dienstag nächster Woche live berichten.lf

0 Kommentare zu diesem Artikel
872221