1019917

Hohe Erwartungen an ein neues iPhone

08.06.2009 | 07:24 Uhr |

Über iPhone-OS 3.0 hat Apple schon im März alles Wesentliche gesagt, in dieser Woche geht der iPhone-Hersteller auf der WWDC mit seinen Entwicklern in die Tiefe. Immer mehr Spekulationen kreisen sich jedoch auch um neue Telefone, die Apple am Montag vorstellen könnte. Wir geben Überblick und Einschätzung.

Nein, ein neues iPhone, das am Montag durchaus auf der Agenda der Keynote zur WWDC stehen könnte, wird nicht iPhone 4G heißen. Anders als etwa T-Mobile mit dem Android-Handy G1 und dessen avisierten Nachfolger G2 es vorführt, nummeriert Apple nicht die Generationen seines iPhones durch - der Namenszusatz 3G hatte sich seit jeher auf den Funkstandard der dritten Generation UMTS bezogen. Wie Apple neue iPhones näher bezeichnen wird, dürfte von deren Ausstattung und Einsatzzweck abhängen. Seit geraumer Zeit kursieren Spekulationen, wir geben vier Tage vor der Keynote ein Einschätzung, welche nahe der Wahrheit und welche nur reine Phantasie sind.

iPhone Nano mit Touchscreen

Eine Aufspaltung der iPhone-Produktlinie würde Apple zunächst aus dem Dilemma der Nomenklatur befreien. Ein iPhone Nano könnte sich mit weniger Funktionen und einem geringeren Preis mehr dem Massenmarkt hin öffnen, ein iPhone Pro als Weiterentwicklung des iPhone 3G die gehobenen Bedürfnisse befriedigen. Das iPhone Nano macht schon länger als Spekulationsobjekt die Runde, Anfang 2009 sind im Web bereits erste Produktbilder von vermeintlichen Hüllen für das abgespeckte Handy aufgetaucht. Unter einem iPhone Nano darf man sich freilich keinen telefonierenden iPod Nano mit Scroll-Wheel-Steuerung vorstellen, denn es ist die Software, die Apples Erfolg ausmacht. Mehr als 30.000 Apps im App Store und mehr als eine Milliarde Downloads sprechen Bände, mit den neuen Fähigkeiten des iPhone-OS 3.0 wird der Markt auch weiterhin stark wachsen. Apple honoriert dies mit einem Plakat, das bereits das Moscone-Center in San Francisco ziert: "Ein Jahr später - Lichtjahre voraus". Gewohnt bescheiden will Apple damit nicht ausdrücken, die Beschränkungen der speziellen Relativitätstheorie ausgehebelt und in einem Jahr mehrere Lichtjahre Strecke zurückgelegt zu haben, sondern sich in erster Linie für die Kreativität der Entwickler von iPhone Apps bedanken. Wie sinnlos wäre also ein iPhone Nano, mit dessen Bedienelementen man zwar Adressbuch und iPod wunderbar steuern kann, für das die meisten Apps aus dem App Store aber nutzlos wären? Ein iPhone Nano könnte hingegen in etwas kleinerem Formfaktor daherkommen, mit Touchscreen zwar, aber womöglich ohne GPS und andere Hardwarefeatures wie Bluetooth oder kolportierten Neuerungen wie Kompass und UKW-Empfänger. Denkbar wäre auch ein Verzicht auf UMTS, was dem Nano erstens eine längere Akku-Laufzeit bescheren und zweitens in Märkten wie in Indien oder China keinerlei Beschränkung bedeuten würde. Eine Kamera, wie sie einige Auguren sogar schon für die im Herbst erwartete fünfte Generation des iPod Nano sehen, sollte durchaus an Bord des iPhone Nano sein, das in etwa die Größe von Kamerahandys wie dem Sony Ericsson W800i hätte. Hochklassige Fotos wären nicht zu erwarten, ein iPhone Pro jedoch sollte mit einer besseren Kamera glänzen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1019917