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Mac-OS X Lion kommt spürbar näher

05.06.2011 | 07:41 Uhr |

Seit Januar können Entwickler Mac-OS X Lion testen; am 6. Juni 2011 gibt es auf der Apple-Konferenz WWDC letzte Details vor dem Verkaufsstart

WWDC ist die Konferenz für Apple-Entwickler im weitesten Sinne: Dort treffen sich Experten für Hard- und Software und bekommen Vorträge und Diskussionen zu iPhone, iPad, Mac und Mac-OS X. 2011 wird das nächste Mac-Betriebssystem im Mittelpunkt stehen, doch wir gehen davon aus, dass Apple parallel dazu zeigt, wie Mac-OS X und iOS zukünftig zusammenarbeiten.

Nicht auf der WWDC

Generell öffentlich (nur mit Eintrittskarte!) ist nur die Eröffnungsrede, die in der Regel Steve Jobs hält. Da weiter unklar ist, wie es um die Gesundheit von Steve Jobs genau steht, gehen wir aber davon aus, dass er bestenfalls kurz spricht und die Bühne für wesentliche Teile der zwei Stunden anderen überlässt. Danach beginnen die Teile der WWDC, die nicht öffentlich sind. Apple ermahnt alle Entwickler weder Fotos noch Mitschriften der Konferenz ins Internet zu stellen.

Auf der Bühne erwarten wir deshalb Phil Schiller zum Beispiel und wahrscheinlich auch Scott Forstall. Schiller ist Apples oberster Marketing-Mann (" Senior Vice President of Worldwide Marketing "), Forstall der Mann für die iPhone-Software (" Senior Vice President iPhone Software "). Beide hatten 2008 wesentliche Teile der Eröffnungsrede übernommen, als Jobs zum ersten Mal aus gesundheitlichen Gründen passen musste.

Kein iPhone und kein iPad

Vor der WWDC gibt es immer wilde Gerüchte über neue Rechner, Telefone und mehr, doch die dürften in diesem Jahr falsch sein: Das iPhone 5 erwarten wir - wenn überhaupt - erst später in diesem Jahr und das iPad 3 frühestens 2012. Apple ist bei der Modellentwicklung berechenbar; beim iPhone beispielsweise dauert es in der Regel mindestens ein Jahr, bis ein neues Modell vorgestellt wird. Und selbst wenn die Ingenieure schon recht weit sind, prüft die Chefetage von Apple sehr genau, wann der richtige Zeitpunkt für den Verkaufsstart ist. Bei Macs ist das Mitte oder Ende der US-amerikanischen Schulferien, weil dann die Schulen und Hochschulen über die Einkaufsvorschläge und die Bestellungen für das nächste Semester entscheiden. Beim iPhone war es bisher immer Anfang der Sommermonate, doch in diesem Jahr ist klar, dass das Betriebssystem für das nächste iPhone noch nicht fertig ist.

In den vergangenen drei Jahren hat Apple die neuen iPhone-Modelle auf der WWDC vorgestellt, doch beim iPhone 4 wurde daraus eine Produktaktualisierung in Raten: Nach sechs Monaten folgt Anfang Januar 2011 in den USA eine Variante ( iPhone Verizon ), die mit der hierzulande nicht genutzten CDMA-Technik funkt, weitere vier Monate später im April 2011 das iPhone 4 mit weißem Gehäuse. Wir gehen davon aus, dass Apple derzeit noch die Verkaufszahlen dieser beiden iPhone-4-Varianten auswertet und erst gegen Ende des Jahres eine neue Version vorstellt.

Deutliche Anhaltspunkte für diese Zeitplanung finden sich auch in einer Presseerklärung von Ende März 2011, in der Phil Schiller zitiert wird: "Auf der WWDC 2011 zeigen wir die Zukunft von iOS und Mac-OS X ...". Wenn iOS 5 aber auf der Konferenz erst vorgestellt wird, vergehen noch einige Monate, bis iOS 5 und das dazu passende iPhone 5 in den Handel kommen.

Und für das iPad 3 ist es noch viel zu früh - das aktuelle Modell iPad 2 ist erst seit März 2011 zu haben. Außerdem gehen viele Marktbeobachter davon aus, dass Apple speziell beim iPad erst dann eine neue Version vorstellt, wenn wichtige technische Neuerungen in der Hard- und Software machbar sind - beispielsweise ein wesentlich besserer Bildschirm, der aber die Batterielaufzeit nicht negativ beeinflusst.

Im Mittelpunkt eindeutig Mac-OS X Lion

Schwerpunkt in diesem Jahr ist Mac-OS X Lion (Version 10.7), das Betriebssystem, das unter dem Motto "Zurück zum Mac" steht. Laut Steve Jobs soll der Mac damit ähnlich zu bedienen sein wie das iPhone 4 und das iPad 2. Beispielsweise muss man sich keine Gedanken mehr um die aktuelle Arbeit machen: Lion bietet einen Mechanismus, der jeden Pinselstrich und jeden getippten Buchstaben sofort auf der Festplatte speichert. Selbst bei Stromausfall bleiben die Informationen erhalten. Startet man das entsprechende Programm neu, wird das Dokument wieder sichtbar, an dem man zuletzt gearbeitet hatte - im Idealfall sogar exakt an der jeweiligen Stelle.

Allerdings ist schon jetzt klar, dass der Hersteller einer Software diese Funktion in das jeweilige Programm einbauen muss. Beispiel: Microsoft Word, Adobe Indesign oder Apple iPhoto - ohne Änderungen an der Software gibt es die Sicherungsautomatik nicht. Deshalb aktualisiert Apple mit Lion einen großen Teil seiner eigenen Software. Die Tester von Lion berichten, dass die gängigen Programme wie iCal und Mail schon geändert sind. Bei Profi-Programmen von Apple wie etwa Aperture oder Final Cut Pro wird es aller Wahrscheinlichkeit nach Updates geben.

Internet und Mobile Me

Völlig offen ist die Zukunft von Apples Online-Dienst Mobile Me . Im Internet hat Apple verschiedene Baustellen, bei denen nicht klar ist, was dort entstehen soll. Dazu zählt Mobile Me, das seit vier Monaten nicht mehr zu kaufen ist. Wir erwarten nicht, dass Apple diesen Dienst einfach eines Tages kostenlos anbietet, sondern dass Apple unter dem Namen " Mobile Me " etwas Neues anbieten wird. Beispielsweise echte Hilfe bei der Synchronisation von Dateien zwischen mehreren Rechnern und Geräten wie iPhone, iPad und iPod.

Zusätzlich gibt es noch die Internet-Adresse www.iwork.com - theoretisch kann man dort Dokumente von Pages, Numbers und Keynote für andere Mac-Besitzer zugänglich machen. Doch dort steht seit 2009 das Baustellenschild "Beta" und die Funktionen sind noch sehr eingeschränkt. Man kann zwar die Dokumente anderer sehen (ohne Pages, Numbers oder Keynote besitzen zu müssen), doch ändern kann man nichts. Erlaubt sind nur Kommentare (auf virtuellen Notiz-zetteln) und Hinweise per E-Mail.

Fazit

Durch die bisher bekannten Informationen ist klar, dass Mac-OS X und iOS enger zusammenwachsen. Und das dürfte bedeuten, dass einige der Merkwürdigkeiten, die beim Datenabgleich zwischen Mac und iPhone & Co. auftreten, in nicht allzu ferner Zukunft der Vergangenheit angehören. Und wenn es als Bonus ein weißes Macbook gibt, haben sich wenigstens ein paar Gerüchte bewahrheitet.

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