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10 mögliche Neuerungen für iOS 5

06.06.2011 | 16:28 Uhr |

Neben neuen Details zu Mac-OS X Lion hinsichtlich iCloud zeigt Apple heute Abend erstmals das neue Betriebssystem für iPhone, iPod Touch und iPad, iOS 5. Wir sehen zehn wesentliche Neuheiten.

WWDC 2011
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Während Apple Mac-OS X Lion bereits im Oktober letztes Jahres vorstellte und seither mehrere Entwickler-Versionen erschienen sind, kann man bei iOS 5 nur raten, was Steve Jobs heute bei der Keynote aus dem Hut zaubert. Unsere Kollegen von Macworld haben eine Wunschliste der möglichen Neuerungen erstellt, dazu die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit für die neue Funktion in iOS 5.

1. Benachrichtigungen

Seit iPhone-OS 3.0 helfen die Push-Benachrichtigungen dem Nutzer unter anderem dabei, eingehende Nachrichten während des Surfens nicht zu verpassen. Sie waren Apples erster Schritt Richtung Multitasking auf dem iPhone. Seitdem hat das iPhone riesige Fortschritte gemacht, das Benachrichtigungssystem ist das Alte geblieben. Es kann schon mal passieren, dass man beim Abrufen von E-Mails mit dutzend anderer Benachrichtigungen bombardiert wird. Mit steigender Zahl der Apps im Hintergrund kann man eine wichtige Mitteilung unter vielen anderen einfach wegklicken. Die Konkurrenten WebOS und Android lösen das Problem mit einer Benachrichtigungsleiste, wobei der Nutzer selbst entscheiden kann, was für ihn wichtig ist. Wie immer kann man von Apple erwarten, dass es das lästige Problem in einer eleganten Weise löst.

Wahrscheinlichkeitsgrad: hoch.

2. Cloud-Integration

Seit Frühling mehren sich die Gerüchte, dass Apple neue Cloud-Services vorstellen wird. Dafür wurde sogar die passendes Domain iCloud übernommen. Die Seite ist noch nicht online, das neue Icon ist im WWDC-Konferenzzentrum bereits vor dem Wochenende aufgetaucht. Es ist schwer vorzustellen, dass iOS-Geräte nicht mit den neuen Funktionalitäten aufwarten werden. Die Frage ist nur, wie solche Integration aussehen wird. Vor paar Wochen hat Patently Apple ein ausgeklügeltes System für Medienstreaming ausgegraben, das von Apple noch 2009 patentiert wurde. Demnach kann man die gekauften Inhalte auch in der Cloud speichern und auf eigenen iOS- und Mac-OS-Geräten ohne Download abspielen. Den Weg in die Wolke würden die erweiterten Möglichkeiten zur Datensynchronisierung vervollständigen. Macrumours will erfahren haben, dass Apple bereits für iOS 5 als neues Feature Over-The-Air- Updates vorsieht. Damit wird die Verbindung zu dem Rechner für Programm-Updates überflüssig. Als weiterer Schritt ist der Datenaustausch zwischen iOS-Geräten denkbar.

Wahrscheinlichkeitsgrad: sehr hoch

3. Neue Funktionen für Mail

Unter allen vorinstallierten Apps hat Mail über die Jahre viel Aufmerksamkeit von Entwicklern aus Cupertino genossen. Fast jedes größere iOS-Update brachte Neuerungen auch für Mail. Kein Wunder, dass die App wenig ernsthafte Konkurrenz im App Store hat. Was bleibt noch für Mail zu wünschen übrig? Es sind eigentlich Anforderungen, die für Desktop-Anwendungen selbstverständlich sind: E-Mail-Kategorien, Möglichkeit, mehrere Nachrichten als gelesen zu markieren, Adressbuch-Gruppen und Massen-Mails an diese Gruppen, verschiedene Signaturen. Eine gründliche Überarbeitung der vertikalen Ansicht auf dem iPad würde auch nicht schaden.

Wahrscheinlichkeitsgrad: einige Neuerungen für Mail höchstwahrscheinlich

4. Systemweite Twitter-Integration

Apple hat bereits Erfahrungen mit Twitter in seinem sozialen Musiknetzwerk Ping gemacht. Obwohl das Apple-eigene Netzwerk eher tot als lebendig daherkommt, ist Twitters Popularität nicht zu unterschätzen. Letzte Woche sind dazu noch Gerüchte aufgetaucht , dass iOS 5 den Kurznachrichten-Dienst in mehrere seiner Applikationen einbinden wird: Die Kamera-App beispielweise wird Bilder und Videos über den Dienst teilen; für App-Entwickler wird eine Twitter-API zur Verfügung gestellt.

Wahrscheinlichkeitsgrad: mittel

5. Erweiterte Sprachsteuerung

Die Funktion wurde für das iPhone 3GS 2009 vorgestellt. Bis zu diesem Zeitpunkt musste man sein iPhone ausschließlich mit den Händen bedienen. In der Zeit hat sich an der Funktion nicht viel getan, inzwischen ist die Konkurrenz längst vorbeigezogen. Letzte Apple-Käufe deuten darauf hin, dass die Sprachsteuerung unter iOS deutlich überarbeitet wird: 2010 hat der Konzern eine kleine Software-Firma Siri übernommen, die eine Art persönlichen Assistenten anhand von Sprachsteuerung geschaffen hat. In diesem Jahr hat Apple einen Vertrag mit Spracherkennungsexperten Nuance abgeschlossen. Demnach kann der iPhone-Hersteller die Sprachtechnologie von Nuance in iOS nutzen.

Wahrscheinlichkeitsgrad: mittel

6. Datendownload im Hintergrund

Mit iOS 4 wurde Multitasking möglich, die Funktion erlaubt eingehende Telefonanrufe, während der Nutzer im Internet surft oder die iPod-App läuft. Bis jetzt ist es aber immer noch nicht machbar, dass die Anwendungen neue Informationen im Hintergrund laden. Der Twitter-Client lädt neue Tweets erst nach dem Programmstart, die RRS-Feeds werden erst nach dem Start von RRS-Reader aktualisiert. Es gibt eigentlich keine technischen Hindernisse für Apps, sich ins Netz einzuloggen und neue Informationen automatisch abzufragen, wenn das System inaktiv ist. Ob das Apple machen wird, ist eine andere Frage.

Wahrscheinlichkeitsgrad: niedrig bis mittel

7. Game Center 2.0

Eine halbherzige Antwort auf Xbox Live war das Game Center unter iOS 4. Der Vergleich macht noch deutlicher, warum das Game Center ein General-Update braucht. Für eine abgerundete Nutzererfahrung und Spielspaß fehlen eingebaute Nachrichten, ein durchdachtes Benachrichtigungssystem für verpasste Einladungen und bessere soziale Funktionen. iOS hat sich in der Zwischenzeit zu einem der größten Spieleplattformen entwickelt und Apple darf die Chance nicht verpassen. Vielleicht kann auch Mac-OS X hier anschließen, wenn Apple Game Center für Mac Apps wagt.

Wahrscheinlichkeitsgrad: niedrig

8. Home-Screen reloaded

Für manche ist der iOS-Home-Screen eine der wichtigsten Funktionen. Sie wurde aber für den App Store mit einigen wenigen Apps gedacht und ist daher schon etwas in die Jahre gekommen. Sogar die Ordner auf dem Bildschirm waren nicht mehr als eine Krücke für eine neue Welt mit mehr als einer halben Million Apps. Eine Lösung von App-Wirrwarr bietet Microsoft mit Windows Phone 7, das auf dem Home-Screen nur die essentiellen Funktionen bietet, die ein Nutzer als erste auf dem Smartphone aufruft.

Wahrscheinlichkeitsgrad: sehr niedrig

9. Facetime 3G

Angefangen mit iPhone 4 wurde das Videochat-Programm nach und nach für alle anderen Apple-Geräte kompatibel gemacht. Zuletzt kam das iPad 2, da das Ur-iPad keine Kamera hatte. Die Nutzung ist immer noch auf WiFi-Verbindung begrenzt. Auf der letzten WWDC 2010 hat Steve Jobs versprochen, Facetime später über eine 3G-Verbindung möglich zu machen. Der Zeitpunkt dafür könnte auch heute sein.

Wahrscheinlichkeitsgrad: niedrig

10. Widgets

Unter Mac-OS X heißt die Funktion Dashboard, Android und Windows haben es auch: auf dem Start-Bildschirm werden einige nützliche Informationen angezeigt, ohne die entsprechenden Apps überhaupt zu starten. Die Seite TechCrunch will erfahren haben, dass Apple für diese Zwecke sogar einen Software-Hersteller übernommen hat, der sich auf Benachrichtigungs-Apps spezialisiert.

Wahrscheinlichkeitsgrad: niedrig.

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