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WWDC 2011: Erwartungen an die Keynote

06.06.2011 | 13:28 Uhr |

Anders als sonst üblich hat Apple schon vor der heutigen Keynote das Drehbuch der Veranstaltung verraten: Um iOS 5, Lion und iCloud werde sich die Veranstaltung drehen. Wir fassen zusammen, welche Details auf uns zukommen könnten.

Heuer ist vieles anders auf der WWDC: Schon zwölf Stunden nach der Ankündigung vor zehn Wochen ausverkauft , sprengt das Entwicklertreffen alle bisherigen Rekorde. Hatte Apple in den vergangenen Jahren stets ein Geheimnis um die Veranstaltung gemacht, obwohl alle Welt bereits wusste, dass Steve Jobs ein neues iPhone in der Tasche haben würde, legt Apple 2011 schon eine Woche die drei Programmschwerpunkte vor: Lion, iOS 5 und iCloud - neue Hardware steht nicht auf diesem Plan.

iCloud - Apples Weg in die Wolke

Insbesondere die Bekanntgabe des Namens eines neuen Produktes bereits im Vorfeld erstaunt - Namen neuer Produkte und Dienstleistungen nennt in der Regel erst Steve Jobs während seiner Präsentation. Apple hat zwar schon seit geraumer Zeit den Weg in die Wolke beschritten , so dass ein Cloudservice Apples zu diesem Zeitpunkt wenig überrascht: Die Details dürften aber spannend werden. iCloud könnte gleich zwei Bereiche abdecken und einerseits einen überall verfügbaren Online-Musikladen und -Speicher bieten, andererseits auch Teile des Mac-Betriebssystems inklusiver einiger Programme in die Cloud verlegen. Zuletzt rankten sich Spekulationen um Vereinbarungen mit der Musikindustrie , Apple sei es gelungen, die Branchengrößen von iCloud zu überzeugen. Demnach könnten bald Mac-Besitzer ihre Musiksammlungen für ihre mobilen Geräte via iCloud sich selbst zur Verfügung stellen ohne langwierig Gigabyte an MP3-Daten auf einen Server zu laden. Eine " Scan and match " genannten Technologie, die Apple Ende 2009 von Lala übernommen hat, würde dies ermöglichen. Apple ginge mit einer Verbindung von iTunes und iCloud gegenüber der Konkurrenz von Google und Amazon wieder deutlich in Führung: Diese können nämlich nur Speicherplatz anbieten, den der Anwender selbst befüllen muss.

iCloud bedeute aber weit mehr als nur ein mobiler Zugang zu Musik, meint unser Computerworld-Kollege Ryan Faas : iCloud werde Mobile Me und iWork.com zu etwas Neuem zusammenfügen. Zur Basis von iCloud gehöre die bisher in Mobile Me verortete Synchronisation von Mail, Kalenderdaten und Adressbüchern sowie der bisher iDisk genannte Speicherplatz für Daten aller Art. Offiziell seit mehr als zwei Jahren im Beta-Status, werde iWork nun auch endlich erwachsen und biete ähnlich wie Google Docs den Nutzern die Möglichkeit, gemeinsam Dokumente nicht nur zu lesen, sondern auch kollaborativ zu bearbeiten. Dass Apple vergangene Woche seine iWork-Apps nun auch für das iPhone aufgelegt hat, sei ein starkes Indiz dafür, Pages, Numbers und Keynote könnten auch wesentliche Teile von iCloud werden.

Lion mit Cloud-Diensten

Erste Features von Mac-OS X 10.7 Lion hatte Apple bereits im vergangenen Oktober gezeigt, etwa Mission Control, die Kombination von Dashboard, Exposé und Spaces kombiniert mit der Software für die Verwaltung von Programmen Launchpad. Wie in iOS üblich, werden Lion-Macs Änderungen automatisch speichern und beim Herunterfahren des Mac bleibt der letzte Stand der Programme erhalten. Neu wird auch Airdrop sein, ein einfache Möglichkeit, zwischen Geräten im gleichen Netz Daten zu tauschen.

Was Apple bisher noch nicht gezeigt hat, wäre die Cloud-Fähigkeit von Mac-OS X Lion. Neben den iWork-Apps und iTunes dürfte das Prgramme wie iCal und Adressbuch betreffen, auch sollten Entwickler in dieser Woche auf der WWDC erfahren können, wie sie ihre eigenen Programm fit für iCloud machen. Apple dürfte sich heute Abend dieser Thematik und dem optional mit Lion erhältlichen Server ausführlich widmen - und die bereits bekannten Funktionen von Mac-OS X Lion eher am Rande behandeln. Nicht zuletzt dürfte ein Verkaufstermin für Lion heute Abend verkündet werden. "Im Sommer 2011" hatte Apple bereits vor siebeneinhalb Monaten versprochen - womöglich ist es sogar schon Ende Juni soweit.

iOS kommt im Herbst

Zwei bis drei Monate Vorlauf wird Apple seinen Entwicklern lassen, um ihre Apps an das kommende iOS 5 anzupassen - Ende August oder Anfang September wird Apple dann das Update für iPhone, iPod Touch und iPad bereit stellen.

iOS 5 könnte einige radikale Änderungen erfahren, spekulieren unsere Kollegen von Macworld , vor allen Dingen in Sachen Multitasking würde Apple neue Wege beschreiten. Bisher ließ Apple nur wenig Multitasking unter iOS zu und begründete dies mit der Sorge um die Performance und Akkulaufzeit. Da Apple die Prozessoren für iPad und iPhone mittlerweile selbst gestaltet, könnte das kommende iOS auch mehr Multitasking erlauben. Dies würde man auch gleich an der Oberfläche sehen, ein Bildschirm, der die Suche mit Ansichten der derzeit geöffneten Programme verknüpft, steht hoch im Kurs. Alternativ könnten auch Widgets in das iOS Einzug halten, kleine Programme, die auf einem für sie reservierten Bildschirm bestimmte Daten präsentieren - um etwa nach dem Spielstand in den Stadien und den Wetteraussichten zu schauen, müsste man sich nicht mehr durch mehrere Programme hangeln. Die Konkurrenz von Windows Phone 7 und Android ist bereits heute in der Lage, wichtige Informationen bereits auf dem Homebildschirm zu präsentieren - die vertraute statische Ansicht von Programmsymbolen könnte daher bald der Vergangenheit angehören. Zumindest aber wird Apple die erlaubten Hintergrundprozesse für das Multitasking - seit iOS 4 deren sieben - deutlich erweitern, wenn vollständiges Multitasking weiterhin nicht möglich wäre.

Auch Verbesserungen der Notifikationen und der Twitteranbindung stehen hoch auf dem Wunschzettel von Entwicklern und Anwendern, Apple sollte heute Abend einige Lösungen dafür präsentieren. Nicht zuletzt wird iOS 5 auch von iCloud profitieren und diverse neue Synchronisationsmöglichkeiten bieten.

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