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WWDC: Apple wechselt auf Intel

06.06.2005 | 21:17 Uhr |

Zur Eröffnung der WWDC hat Apple-CEO Steve Jobs angekündigt, der Mac-Hersteller werde innerhalb der nächsten beiden Jahre die Prozessor-Plattform wechseln und Intel-Chips in seinen Rechnern einsetzen.

WWDC 2005 - Vorbericht
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Schon im kommenden Jahr will Apple die ersten Macs mit Intel-Prozessoren auf den Markt bringen, bis Ende 2007 will man erneuten Paradigmenwechsel abgeschlossen haben, kündigte Steve Jobs an. Als Begründung für die überraschende Entscheidung nannte er die mangelnde Entwicklungsfähigkeit von IBMs-PowerPC-Plattform. „IBM gibt uns in Leistung 15 Einheiten pro Watt, die Intel-Roadmap 70 Einheiten pro Watt,“ benannte Steve Jobs das Hauptproblem im Energieverbrauch der IBM-Prozessoren. Man könne sich nicht vorstellen, welche „Großartigen Produkte“ man noch für den Power-PC entwickeln könne. So habe man bisher auch nicht das Versprechen eines 3-GHz-Power-Mac halten können, auch ein Powerbook G5 sei derzeit nicht möglich, obwohl es viele Kunden wünschten.

Die anwesenden Entwickler, zur diesjährigen WWDC waren 3.800 Programmierer aus 45 Ländern gekommen – bitte Jobs um Mithilfe, macht ihnen aber gleichzeitig Mut vor den anstehenden Arbeiten. „Wir haben Erfahrungen mit unseren Häutungen („Transitions“)“. Nach dem gigantischen Schritt zum PowerPC von der 68k-Plattform und dem Wechsel auf Mac-OS X, der einer „Gehirntransplantation“ glich, nehme man nun den dritten Schritt. Theo Gray, Mitbegründer des Softwareherstellers Wolfram Research, versicherte dem Auditorium, dass die Kompilation eines Programms für Mac-OS X Intel weniger umständlich sei „als das Carbonisieren.“ Es habe nur zwei Stunden gedauert, um den Code von Mathematica auf die Intel-Plattform umzuschreiben. Softwarehersteller könnten dank „Universal Binaries“ Programme sowohl für die Power-PCs als auch für die Intel-Plattform „auf einer CD“ anbieten. Die Zukunft der Entwicklung läge bei Xcode, von dem Apple heute Version 2.1 veröffentlichte. Über die Hälfte der Entwickler würden bereits auf die von Apple bereit gestellte Entwicklungsumgebung setzen.

Im Geheimen hat Apple schon seit fünf Jahren an dem Projekt gearbeitet, das Gerücht, Cupertino würde unter dem Codenamen Marklar Intel-Ports seiner Mac-OS-X-Versionen herstellen, bestätigte Jobs. Mac-OS X habe ein „geheimes Doppelleben“ geführt, weswegen Jobs eine Intel-Fassung des Betriebssystems auf einem Mac mit Pentium-4-Prozessor demonstrieren konnte. System und iApps liefen nativ auf dem neuen System, Software von Drittherstellern in einer Programmumgebung namens „Rosetta“, die nicht von ungefähr an die Classic-Umgebung erinnert.

Ihre Unterstützung für den Wechsel kündigten Microsoft und Adobe auf der WWDC an. Roz Ho, Chefin der Mac BU des weltgrößten Softwareherstellers betonte erneut die traditionell gute Zusammenarbeit von Apple und Microsoft, seit „mehr als zwanzig Jahren“ würde ihre Firma Software für den Mac schreiben. Man sei begeistert, an diesem Wechsel teilnehmen zu dürfen. Schon in den nächsten Monaten werde ein Update für Office bereit stehen. Eine komplette Produktpalette werde von Adobe zum Zeitpunkt des Wechsels bereit stehen, versprach der Chef des Unternehmens Bruce Chizen. Schon beim Umstieg auf Mac-OS X vor vier Jahren habe man parat gestanden.

Weder zeigte Steve Jobs Details des Intel-Tigers noch ging er auf den Nachfolger des aktuellen Betriebssystems ein, gab aber schon einen Zeitrahmen für dessen Veröffentlichung. Die nächste Fassung von Mac-OS X werde den Codenamen „Leopard“ tragen und Ende 2006 oder Anfang 2007 erscheinen, etwa zu dem Zeitpunkt, zu dem Microsoft Longhorn verspricht. Tiger habe sich bisher als das erfolgreichste OS-Release erwiesen, rund zwei Millionen Installationen habe Apple bisher verkauft, die auf neuen Rechnern vorinstallierten Tiger mitgerechnet.

In einem Jahr werde man sich in San Francisco wieder sehen, beendete Jobs seine Keynote mit der Aussicht auf 2006. „Wir werden dann die ersten Intel-Macs im Handel haben, und die meisten von Ihnen werden Universal Binaries an Ihre Kunden ausliefern“, richtete Jobs seine Schlussworte an das Publikum.

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