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"Skeuomorphismus und Flat-Design schließen sich keineswegs aus."

26.05.2014 | 11:22 Uhr |

Vor der WWDC 2014 haben wir uns in der Szene der OS-X-Entwickler umgehört, um Hoffnungen und Wünsche für das neue OS X zu sammeln.

Macwelt: Die WWDC 2014 steht vor der Tür. Fahren Sie nach San Francisco, um selbst an der Konferenz teilzunehmen?

Karim Morsy: Ja. Ich fahre das 10. Jahr in Folge zur WWDC.

Macwelt: Für uns war die Vorstellung von Mavericks vor einem Jahr eine zwiespältige Angelegenheit: Zum einen waren die Verbesserungen und Optimierungen im Unterbau von OS X überfällig und sinnvoll, zum anderen wirkte die Optik von Mavericks mit einem „flatten“ Kalender auf der einen und einem skeuomorphistischen Game Center auf der anderen Seite irgendwie inkonsequent. Wie sehen Sie diesen vermeintlichen Zwiespalt?

Karim Morsy – Co-Founder und CEO von Algoriddim

© 2015

Im Jahr 2006 gegründete Morsy das in München ansässigen Software-Unternehmen Algoriddim, das sich auf die Entwicklung von Musik- und Video-Apps für Mac und iOS spezialisiert hat.

Karim Morsy: Unsere djay-App selbst verwendet einen hybriden Design-Ansatz. Zum einen haben wir skeuomorphistische Elemente, z.B. die realitätsgetreue Nachbildung eines Turntables, dies macht die App für viele Einsteiger sehr einladen und intuitiv. Zum anderen verwenden wir den "flatten" Ansatz für Menüs und Zusatzfunktionen, wodurch wir das Interface besser und platzsparender optimieren können. Wir denken die zwei Ansätze schließen sich keineswegs aus, wir versuchen stets das beste aus beiden Welten zu vereinen.

Macwelt: Was hat Sie an OS X Mavericks am meisten Überrascht?

Karim Morsy: Dass OS X zum ersten mal kostenfrei zum Download bereitgestellt wurde, hat uns sehr positiv überrascht. Das ist für uns als Mac-Entwickler natürlich ein erfreulicher Zug, weil wir hohe Adoption-Rates bei den Usern auf das neueste Betriebssystem sehen und somit in unseren Apps schneller auf neue Technologien umstellen können.

Macwelt: Gibt es einen Punkt, der Sie besonders genervt hat?

Karim Morsy: Nein.

Macwelt: Apple hat mit iOS 7 sein bisheriges optisches Konzept für iOS ziemlich über den Haufen geworfen. Erwarten Sie für den Nachfolger von OS X Mavericks ähnlich tiefgreifende Veränderungen?

Karim Morsy: Ich kann über zukünftige Releases nicht spekulieren, gehe aber davon aus, dass eine natürliche Evolution des Designs wie schon die Jahre zuvor stattfinden wird.

Macwelt: Wo müsste Apple mit Blick auf OS X 10.10 aus Ihrer Sicht noch Hand anlegen – sowohl mit Blick auf Entwickler-Tools, als auch mit Blick auf das UI?

Karim Morsy: Einer der Gründe für unseren Fokus auf Apple-Technologien sind die sehr guten Entwickler-Tools, diese wurden über die Jahre stetig verbessert. Ich nehme an, dass sich auch dieses Jahr wieder etwas tun wird. Wir sind mit den Tools und deren kontinuierlicher Erweiterung wie gesagt sehr zufrieden.

Macwelt: Glauben Sie, Apple könnte tatsächlich Lucida Grande in Rente schicken und stattdessen eine leichtere Schrift als Systemschrift verwenden? Ich lese schon die Facebook-Kommentare …

Karim Morsy: Das kann ich von außen natürlich nicht vorhersagen. Ich gehe davon aus, dass die Schrift  in jedem Falle homogen ins Design passen wird, wie auch immer das gestaltet sein wird.

Macwelt: Wenn Sie eine Frage an eine beliebige Person bei Apple frei hätten – Was würden Sie wen fragen?

Karim Morsy: Spontan fällt mir keine gute Frage ein, aber ich schätze, dass wir nach der WWDC-Keynote alle schlauer sein werden.

Macwelt: Besten Dank für das Gespräch!

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