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Wahl der "Internet-Weltregierung": Zwei Deutsche nominiert

11.09.2000 | 00:00 Uhr |

Die weltweiten Online-Wahlen für die Internet-Verwaltung ICANN gehen in die heiße Phase. Die bei den Vorwahlen in Europa führenden zwei deutschen Kandidaten, die Berliner Andy Müller-Maguhn und Jeanette Hofmann, lagen bereits vor Wahlschluss praktisch uneinholbar vorne. Sie sind damit für die Endwahlen nominiert und müssen nun gegen die fünf offiziell von der ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) für Europa aufgestellten Bewerber für einen Direktoriumsposten antreten. ICANN organisiert die Wahl basisdemokratisch: Alle Mitglieder - vor allem Unternehmen aus der Branche - können mitbestimmen, jeder hatte die Chance zu kandidieren. Die Nominierungsphase endete am Freitag um Mitternacht GMT.

Bei den Vorwahlen für die europäischen Direktoriumsposten stimmten für Müller-Maguhn vom Chaos Computer Club über elf Prozent aller surfenden Mitglieder. Etwas mehr als fünf Prozent votierten für die Politologin Hofmann, die eine der wenigen unabhängigen Kandidaten ist. Die Wahl der fünf neuen Direktoren findet vom 1. bis zum 10. Oktober statt. Zu den von ICANN nominierten Europäern gehört unter anderem der deutsche Telekom-Manager Winfried Schüller.

Die Wahlbeteiligung war relativ gering. Von den 35.900 europäischen ICANN-Mitgliedern hatten bis zum Freitagabend knapp 8800 ihre Stimme abgegeben. Von einem potenziellen Kandidaten wird unter anderem technischer Sachverstand, finanzielle Unabhängigkeit und ausreichend Zeit erwartet. ab

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