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Warten auf Mac-OS X 10.1

17.07.2001 | 00:00 Uhr |

Zwar ist ein Geschwindigkeitsvergleich zwischen klassischem und neuem Apple-Betriebssystems mit immer ein wenig unfair, niemand würde sich jedoch über ein flotteres Mac-OS X ärgern. Zur Macworld Expo dürfte Apples Unix einen "speed bump" erfahren.

Mit Mac-OS X hat Apple knapp zwei Jahrzehnte Ballast, darunter die Emulierung von 68k-Code, über Bord geworfen und völlig neues System kreiert, das ausschließlich für Rechner mit G3- oder G4-Prozessor geeignet ist. Angesichts dieser Umstände drängt sich Frage auf, warum die bisherigen Versionen dennoch keine Renner sind. Plausible Gründe dafür gibt es zahlreiche. Angefangen bei der aufwendigen Aqua-Oberfläche, der auf dem PDF-Format aufbauenden und somit vektororientierten Quartz-Grafikbibliothek und einer auf den meisten Rechnern noch unzureichenden oder gar völlig fehlenden Grafikbeschleunigung, was insbesondere für Open GL gilt. Aber auch schlechte und rasche "Carbonisierungen" stellen nicht die besten Seiten des neuen Systems in den Vordergrund. Das Paradebeispiel einer schlechten Carbon-Anwendung ist der Finder. Daneben fordern moderne Fähigkeiten wie Multitasking und Multithreading sowie Multiprozessor-Unterstützung viel Rechenleistung. Laufen doch bereits nach dem Hochfahren mehr als 30 Prozesse und beinahe hundert Threads im Hintergrund. Zur Ehrenrettung von Mac-OS X ist jedoch hinzuzufügen, dass die meisten der bisher publizierten Vergleiche mit Mac-OS 9 eigentlich unfair sind. Denn Mac-OS X bietet ein Leistungsspektrum, das Mac-OS 9 unter Vollast kaum erreicht. Um beide Systeme zu vergleichen, müsste man unter Mac-OS 9 nicht nur alle Erweiterungen wie Colorsync, Mehrere Benutzer, Web- und Filesharing unter dem klassischen OS aktivieren, sondern es wären noch zusätzliche wie ATM, Print-2-PDF, A-Dock, Smart-Scroll oder Power-Windows notwendig. Und in einem solchen Szenario ergibt sich hinsichtlich Speicher- und Rechenleistungsbedarf anderes Bild, das sich mit der Ankunft des Pumas (Mac-OS X 10.1) deutlich ändern wird.
Christian Grunenberg

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