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Warum Apple kein Phablet braucht

14.03.2013 | 09:59 Uhr |

Der Produktzwitter Phablet ist in Aller Munde, zumindest in Analystenkreisen und beschreibt ein Zwischending aus Smartphone und Tablet oder einfach nur ein großes Smartphone.

Die Investmentbank Barclays hat prognostiziert, Samsung werde in diesem Jahr rund 97 Millionen Phablets verkaufen und so Apple immer mehr den Rang ablaufen, da der iPhone-Hersteller in dieser Nische nicht aktiv sei.

Den Phablet-Hype hält unser Macworld-Kollege John Moltz für völlig überzogen und legt dar, warum Apple das Geschwätz über ein "Gigantophone" (alternativer Namensvorschlag von Moltz) ignorieren sollte. Von seinem Vorzeige-Phablet, dem Galaxy Note, habe Samsung seit dessen Produkteinführung vor 16 Monaten schätzungsweise 25 Millionen Geräte verkauft, in den letzten drei Monaten könnten es gut 7,5 Millionen Stück gewesen sein. "Millionen über Millionen von Notes. Und noch mehr Stifte. Denn die gehen ja gerne verloren," lästert Moltz und vergleicht die Zahl nochmals mit Apples jüngsten Verkaufszahlen: 48 Millionen iPhones hat Apple in seinem ersten Quartal verkauft. Im übrigen echt verkauft, und nicht nur an den Handel ausgeliefert. Die Prognose von Barclays sei vermutlich überzogen und selbst wenn sich die 97 Millionen Stück als korrekte Vorhersage entpuppen sollten, dürfte Apple noch weit mehr iPhones bis Ende des Jahres los geworden sein.

Prognosen aus der Vergangenheit nimmt Moltz genüsslich auseinander, demnach hätten vor drei Jahren Experten vorhergesagt, das Betriebssystem Symbian würde bis 2013 50 Prozent Marktanteile im mobilen Sektor erreichen. Oder die Prognose von vor zwei Jahren, dass 2013 Windows Mobile die Stunde schlüge und das Betriebssystem von Microsoft Android überhole.

Für Apple sei die prognostizierte Nische ohnehin nicht interessant, der Konzern fertige nur eine begrenzte Anzahl von Geräten für einen maximalen Skaleneffekt . Das iPad Mini sei nur hinzugekommen, weil es das iPad besser gemacht habe. Und sollte Apple trotz allem selbst einmal ein Phablet bauen wollen, würde es nie so bezeichnet werden. Aber Moltz hat ja einen Vorschlag: Gigantophone.

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