Wegen Geld

Warum Google Reader sterben muss

26.03.2013 | 09:56 Uhr | Benjamin Schischka

Neuen Gerüchten zufolge liegt es auch am Aufwand und den Kosten, warum Google seinen RSS-Dienst einstellt.

Als Google anlässlich seines letzten Frühjahrsputzes das Ende des RSS-Readers Google Reader ankündigt, waren viele User schockiert. Digg nutzte die Aufmerksamkeit und kündigte schnell einen angeblich würdigen Nachfolger an. Allthingsd.com berichtet nun unter Bezugnahme auf anonyme Quellen über Gründe für Google, seinen Dienst zu schließen. Google sei generell sehr darum bemüht, sich keine Fehltritte mehr in Sachen Privatsphäre und Datenschutz zu erlauben. Jedes Projekt habe darum auch Anwälte und andere Experten, die sich nur um diese Sorge kümmern. Der Reader - heißt es bei Allthingsd.com - jedoch soll nicht einmal einen eigenen Produktmanager haben. Google hätte darum das Team aufstocken müssen, wozu es laut einer anonymen Quelle nicht bereit gewesen sei.

Denn Google hätte, glaubt Allthingsd.com, mehr Arbeit in den Reader stecken müssen, um nicht am Ende vielleicht eine saftige Strafe nach einem Sicherheitsleck oder einem Datenschutzskandal zahlen zu müssen - wie beim Street-View-Fall, bei dem die Google-Autos WLAN-Daten mit aufgenommen hatten. Der Mehraufwand habe sich nach Meinung der anonymen Quelle aber wohl nicht gelohnt. Wie viele Nutzer der Google Reader hätte haben müssen, dass Google ihn nicht schließt, ist allerdings unklar. Eine Petition zur Rettung des Readers wurde von rund 150.000 Usern unterzeichnet - offenbar nicht genug. Der Flipboard-CEO Mike McCue soll Allthingsd.com berichtet haben, dass 2 Millionen seiner Nutzer ihre Google Reader-Konten mit Flipboard verknüpft hätten. Stimmt die Zahl, kann man also von wenigstens 2 Millionen Nutzern ausgehen. Ein ehemaliger Google-Mitarbeiter verrät wiederum, dass der Reader anfangs mehrere Millionen aktive Nutzer jede Woche gehabt habe. Wie viele Nutzer es hätten sein müssen, dass der Reader weiterlebt, wird aber wohl Googles Geheimnis bleiben.

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