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Warum ein Investor Apple verklagt

20.02.2013 | 16:38 Uhr |

Ein Richter soll noch vor Apples Aktionärsversammlung darüber entscheide, ob die Aktionäre gesondert über drei Anträge entscheiden dürfen - ein Hedgefondsmanager hat Klage eingereicht. Worum es geht und welche Folgen das für den Verbraucher hat.

Apple hat für den kommenden Mittwoch, den 27. Februar, seine Aktionäre zur jährlichen Hauptversammlung geladen. Neben der Neuwahl des Aufsichtsrates und der Bestätigung von Tim Cook im Amt werden die Anteilseigner des Unternehmens auch über mehrere von Apple eingebrachte Anträge zu entscheiden haben. Gegenstand einer Gerichtsverhandlung wird im Vorfeld dabei der Antrag Nummer 2. Der Investor David Einhorn, der den Hedgefond Greenlight verwaltet, hat eine einstweilige Verfügung beantragt, um eine getrennte Abstimmung über drei Änderungen in Apples Statuten zu erreichen.

Drei Entscheidungen in einer Abstimmung

Und darum geht es in der Klage Einhorns: Apple hat drei Änderungen an seiner Charta in einem Antrag zusammengefasst. Einverstanden ist der Investor damit, Aktien mit einem nominellen Wert zu versehen und mit einem neuen Wahlverfahren für Aufsichtsräte. Nicht damit einverstanden erklärt sich Einhorn mit einer Änderung bei der Ausgabe von Vorzugsaktien: Apple kann diese bisher ohne Zustimmung der Aktionäre ausgeben und möchte dies ändern. Damit würde aber die Ausgabe von Vorzugsaktien unnötig kompliziert, mutmaßlich teurer für das Unternehmen und somit unwahrscheinlich, fürchtet der Hedgefondsmanager. Da ihm und anderen Aktionären nur die Wahl für die gesamte Änderung der Charta bliebe, hat er Klage eingereicht. Richter Richard Sullivan soll entscheiden, ob Apple Formalien des Aktienrechts mit seinem Vorschlag einhält.

Vorzugsaktien für mehr Dividende

Mit Vorzugsaktien könnten Aktionäre gewisse Vorteile erwerben, so könnte man - wie Einhorn vorschlägt - den Besitzern eine regelmäßige Dividende bezahlen, Einhorn fordert etwa in einem eigenen Antrag vier Prozent des Aktienkurses pro Quartal. Eine andere Option von Vorzugsaktien dürfte in naher Zukunft kaum zum Tragen kommen: Geht ein Unternehmen bankrott, würden zunächst die Besitzer von Vorzugsaktien abgefunden, erst dann die von regulären Anteilen. Auch könne ein Unternehmen Vorzugsaktien ausgeben, um feindliche Übernahmen zu verhindern oder zumindest zu erschweren, wie unsere Kollegen von Macworld ausführlich erklären . Dieses Szenario kommt im Falle Apples derzeit aber auch nicht zum Tragen. Der Nachteil von Vorzugsaktien, aus Aktionärssicht: Mit den Anteilen müssen keine Stimmrechte verbunden sein, es handelt sich hierbei quasi um eine stille Beteiligung.

Der Hedgefonds Greenlight hält nach eigenen Angaben 1,3 Millionen (stimmmberechtigte) Apple-Aktien, derzeit hat Apple 939 Millionen Anteilsscheine ausgegeben. Mit dem Stichtag 14. Februar zahlte Apple 2,65 US-Dollar pro Aktie Dividende aus, insgesamt also etwa 2,5 Milliarden US-Dollar. Einhorn fordert nun deutlich höhere und regelmäßigere Ausschüttungen an Investoren, ob und wie Apple sein derzeitiges Dividendenprogramm verlängert, könnte Finanzchef Peter Oppenheimer kommende Woche verraten.

Worum es bei Apple aber wirklich gehe, hat CEO Tim Cook auf der Konferenz von Goldman Sachs in der letzten Woche klargestellt. Einhorns juristisches Vorgehen sei ein "dummer Nebenkriegsschauplatz", das Ziel des Unternehmens sei es nach wie vor, "großartige Produkte" zu machen.

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