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Was alles nicht Trend ist

10.03.2005 | 11:08 Uhr |

IBMs Vice President of Strategy, Matthias Hartmann, erklärt in Hannover, was an der EDV in den nächsten Jahren wichtig ist: Nichts von dem, was wir heute kennen.

"IT ist nicht wichtig - heute noch weniger als früher", sagte Hartmann. Profit mache ein Unternehmen heute, wenn die richtigen Entscheidungen auf der Führungsetage getroffen werden. Spezielle EDV bringe dagegen nur wenig Profit, deshalb ist die Entscheidung für oder gegen eine Modernisierung der EDV eine strategische, die sich nicht nach Trends richtet. "EDV ist wie ein Werkzeug. Wie es der Firma hilft, ist die Frage, die man beantworten muss."

Der Mann hat das Wort "Strategie" auf seiner Visitenkarte stehen - er muss es also wissen. Matthias Hartmann hat am Abend vor der offiziellen Beginn der Cebit die wichtigsten Trends in der EDV (die jetzt auf neudeutsch ja oft IT oder Information Technology heißt) analysiert: Es sind Voice over IP (Telefonieren im Internet), Linux als Betriebssystem für Server und Arbeitsplätze in mittleren und großen Firmen, Outsourcing (Arbeiten an Dritte außerhalb einer Firma vergeben) und den neu entdeckten Wert kleiner Dienstprogramme.

Hartmann ist Vice President of Strategy bei IBM und kann deshalb recht nachdrücklich begründen, weshalb man auf der Konferenz in Hannover im Jahre 2005 nur die Ideen und Techniken hört, die schon seit mehreren Monaten beziehungsweise wie bei "Outsourcing" seit Jahren durch die Presse und die Vorstandsetagen geistern.

Auf dem Treffen "The Economist Technology Industry Summit" sagte der Einladende, Kenneth Cukier, dass die Hälfte der EDV-Technik, die heute verkauft wird, in sieben Jahren nicht mehr auf dem Markt ist. Und der Rest werde zum Massenprodukt.

Niklas Zennstrom von Skype, Cebit 2005
Vergrößern Niklas Zennstrom von Skype, Cebit 2005
© 2015

Etwas mehr Begeisterung vermochte lediglich der Geschäftsführer (CEO) von Skype, Niklas Zennstrom, zu erwecken: Seine Demonstration von Skype, einer Software zum Telefonieren über Internet, war interessant, doch für die meisten der Anwesenden nicht besonders neu: "Voice over IP ist nichts sensationell Neues. Die Kunden können heute schon unter einer Reihe von Anbietern auswählen, die Technik ist stabil", sagte einer der Anwesenden.

KOMMMENTAR: Apple tut gut daran, eine Veranstaltung wie die Cebit zu ignorieren. Mit ein paar kostenlosen Kugelschreibern, Aufklebern und Zuckerlutschern kann man die deutschsprachige Geschäftsführerriege nicht davon überzeugen, dass eine offene EDV sinnvoller ist als die proprietäre Windows-Welt. Apple muss andere Wege finden, um zum Beispiel zu beweisen, dass ein Xserve ein wesentlich kostengünstiger Server ist als eine IBM- oder Dell-Maschine.

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