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Was kommt nach dem G4?

20.09.2002 | 11:08 Uhr |

Nicht nur Motorola liefert Apple Prozessoren, auch PowerPC-Chips von IBM verbaut Apple in seinen Rechern. Prozessoren von "Big Blue" könnten in zukünftigen Rechnern eine wichtige Rolle spielen

Apple war mit Motorola-Prozessoren einst Marktführer bei den Prozessor-Frequenzen: Die Power Macs takteten am Anfang höher als die Intel-Computer der PC-Konkurrenz. Schnellere Modelle als 1,25-GHz lassen aber auf sich warten. Doch laut einem Bericht des IT-Fachmagazins eWeek könnte Apple in etwa einem Jahr von einer ganz anderen Seite Hilfe bekommen: Glaubt man dem Journalisten Matthew Rothenberg, testen die Ingenieure der Jobs-Company bereits den von IBM entwickelten 64 Bit-"GigaProcessor Ultralite" (GPUL) auf Mac-OS X-Maschinen. Der Chip, der auf dem Microprozessor-Forum in San Jose vorgestellt wird, basiert auf dem Serverprozessor Power4 und ist laut IBM für Desktops und Server gedacht.
Der "Giga-Prozessor" GPUL, der mit Taktfrequenzen zwischen 1,6 und 2 Gigahertz erscheinen soll, sei bei gleicher Taktfrequenz doppelt so leistungsfähig wie ein G4-Motorola-Chip. Auch eine neuen Bus-Architektur, ApplePI soll für gute Leistung in künftigen Macs sorgen. Eine Besonderheit der IBM-Entwicklung, die auf dem Server-Prozessor Power4 basiert, ist demnach, dass sie eine Multi-Core-Architektur impliziere und so zwei bis vier Prozessoren in einer Einheit unterbringen könne. Der GPUL unterstütze Vector/SIMD Multimedia Extensions (VMX), eine Gruppe von Instruktionen, die ähnlich wie Altivec ("Velocity Engine" bei Apple) bestimmte Datenprozesse drastisch beschleunigt. 64-Bit-Prozessoren machen vor allem bei Datenbankservern Sinn, die mehr als 4 GB Arbeitsspeicher verwenden müssen. So ist etwa der Xserve auf maximal 4 GB Arbeitsspeicher beschränkt. Inwieweit aktuelle Mac-Programme für 64-Bit-Prozessoren neu umgeschrieben werden müssten ist allerdings noch nicht bekannt. IBM selbst will seine neue Prozessor-Architektur in Linux-Servern einsetzen. Näheres dazu teilt Big Blue wohl Mitte Oktober auf dem Microprocessor Forum in San Jose der Fachwelt mit. Apple - so wird spekuliert - könnte Rechner mit GPUL frühestens Mitte nächsten Jahres der Öffentlichkeit präsentieren. tha/sw

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