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Weihnachtsspecial III: Zwei Bücher für Computerfans

10.12.2003 | 13:15 Uhr |

In unserem dritten Special geht es um die Gestaltung von Computerspielfiguren und Websites. In zwei aufwändig gemachten Büchern stellt der "Taschen"-Verlag jeweils 1000 davon vor.

Unsere Wahl auf Werke des Taschen-Verlags für zwei Bücher, die man getrost unter den Weihnachtsbaum eines Liebhabers von Computergrafik und Webdesign legen kann, fiel nicht zufällig. Bereits vor einigen Wochen hatten wir einen hervorragend gestalteten Band über wichtige :Etappen der Computergeschichte aus dem Programm dieses Verlags vorgestellt. Dabei begeisterte uns vor allem die Einheit von Wort und Bild, die einen intensiven Eindruck beim Betrachter hinterlässt. Die Betonung bei den für diesen Beitrag rezensierten Werken liegt jedoch deutlich stärker auf dem Bild, was für die Darstellung von Computerspielhelden und besonders eindrucksvollen 1000 Webseiten durchaus passend erscheint.

Lara & Co.

Das Cover von "1000 Game Heroes" ziert mit Lara Croft eine der berühmtesten Computerspielfiguren der letzten Jahre überhaupt. Der Abenteuer-Archäologin wird im Band selbst im Kapitel "Sexy Heroes" selbstredend noch einmal gebührend Aufmerksamkeit geschenkt, und zwar in einer Mischung aus Screenshots und teilweise erotisch anmutender Artwork, die das "Tomb-Raider"-Phänomen trefflich zum Ausdruck bringt. Denn allein am Gameplay der inzwischen sechs Spielfolgen (und zwei Kinofilmen) kann der Erfolg der artistisch springenden und zielsicher feuernden Forscherin kaum liegen. Neben Lara Croft finden sich in diesem Kapitel unter anderem Joanna Dark (für Nintendo 64) und natürlich Cate Archer als weiblicher James-Bond-Klon ("No one lives forever") wieder. Wie fast im ganzen Buch gibt es nur jeweils sehr knappe Einführungen zu den jeweiligen Helden und Spielen, im Mittelpunkt steht eindeutig das Bild. Wobei ein Verweis auf die Herkunft der Screenshots oder Gemälde durchaus willkommen gewesen wäre.

Gelegentlich kommen am Anfang eines der insgesamt 10 Kapitel bekannte Spielentwickler ausführlicher zu Wort, darunter Shigeru Miyamoto ("Super Mario", "The Legend of Zelda") und Peter Molyneux ("Populous", "Dungeon Keeper", "Black & White"). Schade, dass Warren Spector ("System Shock", "Deus Ex") nicht dabei ist. Sämtliche Texte gibt es auf Englisch, Französisch und Deutsch.

Auswahl mit Mut zur Lücke

Trotz der Vielfalt von insgesamt 1000 Spielen unterschiedlicher Plattformen (wie etwa Game Boy, Playstation, PC/Mac und Xbox) seit den Anfängen der Verbreitung von Pixel-Games beansprucht das Buch nicht, eine erschöpfende Geschichte der Computerspiele vorzustellen. Man wird das ein oder andere bekannte Game sogar vermissen. So findet sich zwar ausführlich "Pacman", aber nicht "Pong", das freilich weder einen Helden enthielt noch grafisch sehr viel hermacht. Legendäre Shooter wie "Doom", "Quake" oder auf Mac-Seite Bungies "Marathon"-Trilogie sucht man vergeblich. Was nicht etwa an der prinzipiellen Friedfertigkeit der für den Band ausgewählten Spiele liegt. Denn andererseits haben die auch nicht gerade sanften "Soldier of Fortune", "Half-Life" und "Unreal" oder als jüngere Vertreter der Schießzunft "Halo" und "Hitman" ihren Platz im Buch gefunden, erstaunlicherweise aber nicht "Max Payne". Insgesamt begegnen wir auf den etwa 600 Seiten zahlreichen bekannten Darstellungen auch aus Adventures, Arcade-Games, Rollenspielen oder Simulationen sowie weiteren Genres, die Abbildungen sind samt und sonders hochwertige und zumeist farbige Darstellungen der Helden und ihrer virtuellen Umwelt. Zweifellos erhält man mit dem Werk einen hervorragenden Eindruck der Faszination und häufig martialischen Expressivität von Computerspielen.

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