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Weißrussland: Journalisten befürchten Internet-Zensur

23.02.2006 | 11:30 Uhr |

Private Medien werden schikaniert und geschlossen, und der einzige Provider in Weißrussland ist die staatliche Telefongesellschaft. Jetzt befürchten Journalisten dass die Zensur auch auf das Internet übergreifen wird.

Gut drei Wochen vor der Präsidentschaftswahl in Weißrussland befürchten Journalisten in der autoritär regierten Republik eine Zensur auch im Internet. Die staatliche Telefongesellschaft sei der einzige Provider im Land, sagte die Vorsitzende der Weißrussischen Journalistenassoziation, Schanna Litwina, am Mittwoch in Berlin. Für die Staatsmacht unter Präsident Alexander Lukaschenko sei die Sperrung unliebsamer Seiten deshalb ein Leichtes. "Man spricht davon, dass das Internet bald unter staatliche Kontrolle geraten wird."

Online-Medien zählen nach Litwinas Angaben zu den wichtigsten unabhängigen Informationsquellen in Weißrussland. Private Medien werden in dem EU-Nachbarland immer wieder schikaniert und geschlossen. Vor fünf Monaten wurde die letzte große unabhängige Zeitung "Narodnaja Wolja" (Volkswille) mit einer hohen Geldstrafe wegen angeblicher Präsidentenbeleidigung ruiniert.

Der seit fast zwölf Jahren regierende Lukaschenko gilt bei seinen Gegnern als "Europas letzter Diktator". Am 19. März will sich der 51-Jährige für eine weitere Amtszeit bestätigen lassen. In Umfragen werden dem Herausforderer der Opposition, Alexander Milinkewitsch, wenig Chancen auf einen Wahlsieg eingeräumt.

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