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Welcome to Macintosh: Die Europapremiere

13.08.2008 | 13:00 Uhr |

Der Apple-Fanfilm Welcome to Macintosh feierte in Potsdam Premiere. Wir berichten von der Uraufführung.

Am gestrigen Abend war es so weit: Der Film Welcome to Macintosh feierte im Rahmen des Globians Film Festival seine Europapremiere im beschaulichen Potsdam in Brandenburg. Unsere Kollegen von macnews.de waren vor Ort und hat sich das Apple-Vergnügen nicht entgehen lassen.

Welcome to Potsdam

Der Film feiert über knapp 90 Minuten die Geschichte Apples und verzichtet dabei weitestgehend auf bekanntes Filmmaterial. Seit fünf Jahren arbeiten die Mac-Fans Josh Rizzo und Rob Bacca an der Dokumentation, Bonusmaterial für eine DVD wäre stundenweise verfügbar: Die soll, wenn alles gut geht, bis Ende des Jahres erscheinen. Auch mit einem Vertrieb über iTunes ist man im Gespräch, das Material selbst liege in High Definition vor. Das Festival selbst findet im Alten Rathaus in Potsdam statt, kurzerhand haben die Veranstalter Amtsräume in Kinosäle umfunktioniert - Plätze blieben dann doch noch einige frei, in Berlin, an dem der Film am 5. September noch mal gezeigt wird, könnte das anders sein - auch wenn man auf Untertitel und eine deutsche Synchronisation verzichten muss. Zu wünschen wäre es allen Beteiligten. Josh kann man dann nicht mehr erleben, dafür Rob. Letzterer verpasste seinen Anschlussflug nach Berlin, disponierte um und wird nun die Aufführung im Filmkunsthaus Babylon: Mitte begleiten. Josh betonte im Gespräch, dass er der "Straight Guy" wäre und Rob viel witziger - zu merken war davon wenig, denn der Enthusiasmus war Josh jede Minute lang anzumerken. Die Fragestunde nach dem Film hätte gut und gerne die Filmlänge übertreffen können, denn auch das Publikum hielt sich nicht mit Fragen zurück.

Welcome to Macintosh

Der Film zeigt vor allem Gespräche mit (ehemaligen) Apple-Größen - Steve Jobs verweigerte sich einem Interview, dafür kommt ein verschmitzter Guy Kawasaki zu Wort, der die Bedeutung des Apple-Chefs erklärt. Die Konkurrenz würde ja gerne Apple kopieren - allein, sie wüssten nicht, was genau sie kopieren sollten. Kawasaki vergleicht das mit einem Fisch, der den Vogel nicht versteht - die beiden wären einfach auf völlig verschiedenen Ebenen. Für die meisten Lacher sorgt allerdings der Quicktime-Entwickler Jim Reekes, der vor allem über die Apple-Ingenieure wettert, die den Lautsprecher eines Mac-Prototypen neben die Festplatte setzten - bei jeder Soundausgabe fror der Rechner dann ein. "Wer ist so blöd und baut einen Magneten neben eine Festplatte ein? Get a Girlfriend. Get a Life"; Neben Geplauder und Einblicken folgt der Film auch den Spuren eines Sammlers, bei dem sich vom Dachboden bis zum Gartenhäuschen Apple-Computer und -Kuriosa stapeln.

Der Film ist voll von solchen Einblicken, die ihn liebenswert machen. Die Kritik-Keule wird dagegen nicht geschwungen, dem Zuschauer präsentiert sich eine heile Apple-Welt. Einige Zuschauer meldeten deshalb auch ihrerseits Kritik an dem Film an und wünschten sich etwas mehr Biss, der aber, wie die Dokumentation zeigt, auch dem ersten Apple-Logo noch fehlte. Man kann das, was Josh Rizzo und Rob Bacca geleistet haben, als Work in Progress betrachten. Auch wenn der Film Apple von den Anfängen bis in die Gegenwart beleuchtet, in 90 Minuten kann man das Thema nicht erschöpfend behandeln. Vielleicht macht aber auch gerade das den Mythos Apple aus, den Welcome to Macintosh unterstützt: Da ist ein Vogel, er fliegt, und letztlich stehen manche staunend, andere neidisch da und fragen sich: Warum eigentlich? Aber das ist wohl eine Frage von Fischen und Vögeln.

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