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Trends zur Photokina 2008: Kamera als Lotse und Intelligenz-Apparat

17.09.2008 | 10:15 Uhr |

Sie können Lotsen oder Touristen-Führer sein, bei der Brandbekämpfung helfen und im richtigen Moment auch selbstständig auslösen: Bei der Photokina als weltgrößter Foto-Messe rücken vom 23. September an Kameras mit immer mehr Funktionen, ausgefeilterer Technik und dennoch bequem-einfacher Bedienbarkeit in den Fokus.

Sechs Tage lang zeigen rund 1500 Aussteller aus 50 Ländern Neuheiten bei digitalen Kompaktkameras, Spiegelreflexkameras, Fotohandys, Camcordern, Objektiven, Blitzen, Druckern oder Software. «Wir haben es mit einer neuen Dimension der Bildkommunikation zu tun», betont Rainer Schmidt als Geschäftsführer des Photoindustrie-Verbandes (PIV), der die internationale Branchenschau zusammen mit der Koelnmesse alle zwei Jahre veranstaltet.

«Neu ist, dass das Navigationssystem GPS bei einigen Kamera- Modellen Einzug hält», erklärt PIV-Sprecherin Constanze Clauß. Wer mit seiner Kamera etwa den Kölner Dom abgelichtet hat, kann mittels GPS-Modul und integrierter WLAN-Technologie über eine Datenbank Infos zu dem Bauwerk erhalten - und neben seinem Standort auch gleich noch abfragen, wo sich das nächste Restaurant befindet. Die Aufnahmen können an ein fremdes Handy geschickt werden, der Empfänger wird dann zum Dom navigiert.

Im Wachstumsmarkt Digitalkameras werden die Hightech-Apparate immer intelligenter, heißt es bei der Koelnmesse. Neues gebe es bei der automatischen Motiv-Erkennung: Für optimale Porträtfotos werden auf der «photokina» Kameras gezeigt, die Mimik erkennen können. Erst bei einem Lächeln werde automatisch ausgelöst, erläutert ein Sprecher. «Die Gesichtserkennung funktioniert inzwischen schon bei neun oder zehn Personen - erst wenn wirklich alle freundlich schauen und alle Augenpaare offen sind, löst die Kamera aus», ergänzt Clauß vom PIV. Auch Bildkorrekturen bereits in der Kamera seien gefragt. Bei der Bild-Qualität geht das Rennen um die Pixel - also die Zahl der Bildpunkte - weiter. Einige Hersteller wollen laut Koelnmesse eine extrem hohe Bildauflösung von bis zu 65 Millionen Pixel bei den Spiegelreflexkameras für Profis präsentieren. Das funktioniere aber nur mit entsprechend ausgefeilten Objektiven und Speicherchips aus der «Königsklasse», betont der Sprecher. Auch mit Blick auf die Hobbyfotografen vermelden einige Hersteller immer neue Rekorde - auch oberhalb der 20 Megapixel-Grenze.

Da der Konsument keine komplizierte Handhabung will und angesichts der immer komplexeren Funktionen eine intensive Auseinandersetzung mit der Technik scheut, steht die einfache Nutzung im Brennpunkt. Außerdem sind nach Branchen-Angaben kleinere Kameras gefragt, die möglichst viele Aufnahmen pro Sekunde schaffen. Bei den kompakten Digitalkameras liegt es laut PIV im Trend, den Touchscreen auf das vergrößerte Display zu verlagern - dies werde von vielen Nutzern als bequemer angesehen. Beim Fotohandy sind große Farbmonitore und Bildstabilisierung gegen Verwackeln gefragt. Unter den Objektiven werden Linsen präsentiert, die dank Nanotechnologie über einen regenabweisenden Oberflächenschutz verfügen. Neben Batterien oder Akkus gibt es Energiespender auf Solar- oder Brennstoffzellenbasis.

Spezialisten sind Wärmekameras, die die Oberflächentemperatur von Objekten messen können und der Feuerwehr bei der Suche nach einem Brandherd oder einer vermissten Personen im dichtem Rauch helfen. Im Hausbau werden Spezialkameras auch zur Überprüfung von Wärmedämmung eingesetzt. Für Unterwasser-Fotografen wird bei der Branchenschau erstmals eine eigene Unterwasserwelt eingerichtet. Gab es früher in der Regel eine Kamera pro Haushalt, verfügt heute oft jedes Familienmitglied über einen eigenen Apparat. «Die Kameras werden auch in kürzeren Abständen ausgetauscht, weil man die neuen Features haben will», erklärt Clauß. Dabei haben Frauen aufgeholt: 61 Prozent griffen 2007 einer Umfrage zufolge zur Kamera. Auch Jugendliche hat die Branche zunehmend ins Visier genommen. Rund 71 Prozent der 14- bis 19-Jährigen und etwa ein Drittel der 6- bis 13- Jährigen sind mit der Kamera unterwegs. Clauß: «Kinder und Jugendliche experimentieren gern, machen herzerfrischende Bilder, finden tolle Motive und sind besonders verspielt-kreativ.» (dpa)

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