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Weltrekord im Videostreaming - mit Apple Xserve

22.11.2006 | 13:57 Uhr |

Videos übers Internet - ein alter Hut? Nicht, wenn man sich die Dimensionen dieses Versuchs aus Tampa/Florida genauer anschaut. Die Purdue Universität hat ein unkomprimiertes und großformatiges wissenschaftliches Video mit zwei Minuten Länge über das Internet gestreamt. Klingt immer noch nicht aufregend? In der selben Zeit bei identischer Bandbreite hätten die Forscher auch zwölf Film-DVDs streamen können: 8,4 Gigabit pro Sekunde in der Spitze. Als Storagesystem haben die Forscher sechs Xserve RAID von Apple eingesetzt - und zeigten mit diesem Weltrekordgleichzeitig der Filmindustrie einen neuen Vertriebsweg auf.

Der Inhalt des Videos ist vielleicht nur für Wissenschaftler interessant: eine 3D-Animation der Zellstruktur eines Bakteriums. Beeindruckend sind jedoch die technischen Daten: eine Video-Auflösung von 4096 x 3072 Punkten, das entspricht einem Panel von zwölf 17-Zoll-Monitoren. "HugeTube" haben die Wissenschaftler ihr Projekt getauft. Im Hintergrund arbeiteten sechs Apple Xserve RAID-Systeme und sechs Dual-Opteran-Server. "Das ist alles eine handelsübliche Ausrüstung", sagte Laura Arns, stellvertretende Direktorin des Envision Centers an der Perdue Universität, "und kann aus dem Regal heraus für unter 100.000 US-Dollar von jedermannn gekauft werden." Eigentlicher Anlass dieser Präsentation ist der Praxistest eines neuen 10-Gigabit-Netzes während der Supercomputing-06-Konferenz in Tampa: Dort läuft konferenzbegleitend die High Performance Computing Bandwith Challenge. Als Anwendungsbereiche sehen die Wissenschaftler zunächst die Zusammenarbeit mit Kollegen bei großen Daten, etwa der gemeinsamen wissenschaftlichen Beurteilung von Bildern des Weltraumteleskops Hubble. Doch auch für die Wirtschaft gibt es Anwendungsmöglichkeiten, Laura Arns sieht sie in der Filmindustrie: "Neuveröffentlichungen könnten direkt und gleichzeitig an die Kinos gestreamt werden. Die Film-Studios könnten diese Technik auch in der Produktion einsetzen, so dass mehrere Leute gleichzeitig den Film bearbeiten könnten."

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