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Weniger Löcher im Käse

14.02.2003 | 14:10 Uhr |

Apple aktualisiert Jaguar zum vierten Mal. Jede Menge Fehlerbereinigungen, aber wenig neue Funktionen liefert Mac-OS X 10.2.4

Zum vierten Mal bringt Apple sein aktuelles Jaguar-Betriebssystem auf den neuesten Stand. Es ist das zweite Update innerhalb der letzten beiden Monate. Zwar bringt es wie schon die Aktualisierungen zuvor keine neuen Funktionen, doch zeigt ein Blick auf die Liste der bereinigten Fehler , dass Apple seine Hausaufgaben weiter erledigt. Fast schon so, als wolle man sich dafür rechtfertigen, Mac-OS 9 nicht mehr zu supporten.

Zwei Aktualisierer


Am einfachsten lässt sich Mac-OS X 10.2.4 über die Software-Aktualisierung aufspielen. Dann geht man sicher, das richtige Update zu laden. Dazu sollte man allerdings über das "Aktualisieren"-Menü" das Update vorher auf den Schreibtisch laden und erst dann den Stand-alone-Installer starten. So ist sicher gestellt, zum einen das richtige Update vorliegen zu haben; zum anderen spart man sich später, falls das System einmal neu installiert werden soll, das Update ein zweites Mal laden zu müssen. Grundsätzlich stellt Apple einen 40,9 MB großen Aktualisierer für ein bestehendes Mac-OS X 10.2.3 (URL) und ein 76 MB großes Combo-Update für alle vorhergehenden Versionen zur Verfügung.

Audio, Peripherie und Drucker


Verbessert haben soll sich die Audioqualität bei Firewire- und Yamahas mLAN-Geräten, die sich via IEEE 1394 direkt miteinander verbinden lassen. Bisher konnten wir die Veränderungen allerdings noch nicht testen. Die Liste unterstützter CD-Brenner erweitert sich um die 48fach D2-Reihe von Lacie. Außerdem bessert das Update an der Sprachsteuerung und beim Audio-Sampling von Programmen, die in der Classic-Umgebung laufen, nach. Einen Fehler, der die Audiowiedergabe von USB-Soundsystemen nach etwa einer Stunde Laufzeit, abrupt beendet, besteht weiterhin, auch wenn die Wiedergabe seit dem letzten Update nicht mehr stottert. Davon können auch Besitzer eines iSubs betroffen sein (siehe Macwelt 03/03, Seite 104).

Gelöst wurde dagegen ein Sicherheitsproblem der CUPS-Drucktechnik und auch für Brother-Drucker, die die Rendezvous-Technik unterstützen, liefert das Update einen Treiber. Zwar listet das Einblendmenü "Format für" unter "Papierformat" mittlerweile alle freigegebenen Drucker, allerdings bleibt das Problem bestehen, nicht jeden verfügbaren Papierschacht anwählen zu können.

Netzwerk und Internet


Auch im Netzbetrieb hat Apple nachgebessert. Über ein Administratorkennwort soll man die Anmeldung an AFP-Servern aktivieren und deaktivieren können. Auch sollen große Dateien über 4 GB nun nicht mehr zu Datensalat werden, sobald man sie auf SMB-Server kopiert. Steht eine neue Verbindung zu einem AFP-Server zeigt der Finder nun nicht mehr das lokale Verzeichnis der eigenen Festplatte, sondern das Netzwerkvolume. Allerdings vergisst der Finder immer noch die Darstellungsvorgaben beim Aufrufen der Ebene "Computer". Wer sich mit einem Power- oder iBook via Modem ins Internet einwählt, hört nach dem Update wieder den Wählton, wenn diese Option in den Systemeinstellungen aktiv ist.

Mail und Adressbuch


Mac-OS X 10.2.4 aktualisiert Sendmail auf Version 8.12.6, um das Mailsystem dem aktuellen Sicherheitsstandard anzupassen. Längst überfällig war auch ein Übersetzungsfehler in Apples Mail, der gesendete Nachrichten fälschlicherweise löschen wollte, obwohl in den Einstellungen der Eintrag "Nie" festgelegt war. Adressbuch läuft etwas stabiler als vorher und hat jetzt auch eine Widerrufen-Funktion integriert.

Finder überarbeitet


Und der Finder ist um einige Fehler ärmer: Vor allem löscht er nicht mehr die Originaldatei, wenn ein Alias aus der Spaltenvoransicht in den Papierkorb gelegt wird und liefert mittlerweile brauchbarere Informatinen als "5 Sekunden verbleibende Zeit", sobald man Dateien auf die iDisk oder einen WebDAV-Server spielt (siehe Macwelt 03/03, Seite 104). Fehler in Verbindung mit defekten Classic-Schriften - auch bei nicht aktivierter Classic-Umgebung - sollen nun nicht mehr auftreten. Insgesamt wurde in der Zusammenarbeit mit Classic einige Ungereimtheiten ausgebügelt, so dass der Umstieg nun nicht mehr ganz so schwer fallen dürfte.
Wer beim Abmelden regelmäßig den Rechner in Kernel Panics verfallen sah, wird sich über Mac-OS X 10.2.4 freuen, dieser Fehler gehört dann der Vergangenheit an. Und auch die Probleme mit dem Ruhezustand sind weniger geworden.

Fazit


Wer ohnehin mit Mac-OS X 10.2.3 arbeitet, wird nicht umhin kommen, auch dieses Update aufzuspielen. Die Fehlerbereinigungen nehmen immerhin knapp 41 Megabyte ein, was andererseits aber auch bedeutet, dass Mac-Anwender mit Modem oder ISDN-Verbindungen wieder Stunden damit beschäftigt sind, das Update zu laden.

Christian Rüb

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