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Weniger Vertrauen nach dem Prism-Skandal

29.07.2013 | 10:56 Uhr |

In einer aktuellen Studie zeigt sich großes Misstrauen gegen staatliche Behörden - PRISM sei Dank. Doch längst nicht alle wollen etwas ändern.

Einer aktuellen Bitkom-Studie zufolge vertraut jeder Fünfte nach PRISM staatlichen Stellen überhaupt nicht mehr. Zwei Drittel der Internetnutzer halten der Studie nach ihre Daten im Netz für gefährdet. Nur noch 34 Prozent würden staatlichen Behörden sehr starkes oder starkes Vertrauen entgegenbringen. Zum Vergleich: Vor zwei Jahren habe sich dieser Wert noch auf 52 Prozent belaufen. Während heute 20 Prozent gar kein Vertrauen mehr für den Staat übrig hätten, seien es vor zwei Jahren noch 11 Prozent gewesen. Das Vertrauen in den Umgang mit den Daten in der Wirtschaft hat der Studie zufolge weniger stark gelitten. Während vor zwei Jahren 41 Prozent großes Vertrauen gehabt hätten, seien es heute noch 34 Prozent. Nur 2 Prozent der Studienteilnehmer glauben, dass ihre Daten im Internet völlig sicher sind. 27 Prozent meinen, dass die Daten im Netz sicher sind.

Nicht wenige ziehen Konsequenzen aus ihren Sicherheitsbedenken. 43 Prozent der Befragten geben an, keine E-Mails mit vertraulichen Daten mehr verschicken zu wollen. 19 Prozent wollen auf Cloud-Dienste verzichten und 13 Prozent auf Facebook und andere soziale Netzwerke. Nur 11 Prozent der Studienteilnehmer nutzen Proxy-Server und andere Anonymsierungs-Tools. Verschlüsselungsprogramme werden nur von 6 Prozent eingesetzt. VPN-Tunnelverbindungen nutzen sogar nur 4 Prozent. Interessant: Obwohl die Verwendung von Meta-Suchmaschinen wie duckduckgo.com am wenigsten Aufwand verursacht, nutzen nur 3 Prozent eine solche anonyme Internetsuche statt Google oder Bing. Laut Bitkom spielt das Alter der Nutzer kaum eine Rolle beim Einsetzen von Schutzmechanismen.

Angeblich kennen sich 65 Prozent der Befragten nicht mit Verschlüsselungsprogrammen aus und nutzen sie darum nicht. 59 Prozent geben an, dass ihre Kontakte diese nicht verwenden und sie darum auch bei ihnen nicht zum Einsatz kommt. 24 Prozent sagen, dass ihnen Verschlüsselung grundsätzlich zu aufwändig sei. Und 7 Prozent sagen, es störe sie nicht, wenn Fremde Einblick in ihre Daten hätten.

Befragt wurden 1.014 Teilnehmer ab 14 Jahren.

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