875366

Wer ist Santa Claus?

22.12.2000 | 00:00 Uhr |

Dieser Tage stellt man sich weltweit die Frage, ob die Legende des Santa Claus einen wahren Kern beinhaltet. Eine Wissenschaftliche Untersuchung führt zu interessanten Ergebnissen, als deren Folge immer offensichtlicher wird, dass der wahren Weihnachtsmann seinen Auftritt erst am 9. Januar hat.

Einer alten Legende zufolge ist es wieder soweit: Santa Claus besteigt seinen von fliegenden Rentieren gezogenen Schlitten und beschenkt alle braven Kinder dieser Welt mit iBooks. Ob diese Sage einen wahren Kern beinhaltet, wurde jüngst von der Universität Rovaniemi, Finnland, wissenschaftlich untersucht. Die Forschungsgruppe kam zu erstaunlichen Ergebnissen:

1. Bis jetzt ist keine Rentier-Gattung bekannt, die fliegen kann. Aber es existieren 300.000 Gattungen lebender Organismen, die noch klassifiziert werden müssen. Obwohl die meisten davon Insekten und Bakterien sind, schließt das nicht völlig aus, daß es darunter fliegende Rentiere gibt, die nur Santa jemals gesehen hat.

2. Auf der Welt gibt es zwei Milliarden Kinder (Personen unter 18). Da Santa (anscheinend) nicht die muslimischen, hinduistischen, jüdischen und buddhistischen Kinder betreut, reduziert das sein Arbeitsaufkommen auf 15 Prozent der Gesamtzahl - bleiben, nach Zählung der UNO, 378 Millionen Kinder. Bei einem (bewußt hoch) geschätzten Durchschnitt von 3,5 Kindern pro Haushalt ergeben sich 91,8 Millionen Haushalte. Anzunehmen ist, daß es zumindest ein "artiges" Kind in jedem Haushalt gibt, dem Santa einen Besuch abstatten muß.

3. Santa hat Heiligabend Dank der verschieden Zeitzonen 31 Stunden Zeit, sofern man annimmt, daß er von Osten nach Westen reist (was logisch erscheint). Dies ergibt 822,6 Besuche pro Sekunde. Das bedeutet, daß Santa für jeden christlichen Haushalt mit "artigen" Kindern gut 1/1000 Sekunde zu Verfügung hat, um zu parken, aus dem Schlitten zu
springen, den Kamin hinabzurutschen, die Strümpfe zu füllen, die verbleibenen Geschenke unter dem Tannenbaum zu verteilen, die hingestellten Snacks zu essen, den Kamin wieder raufzuklettern, in den Schlitten zu springen und sich zum nächsten Haus aufzumachen. Nimmt man an, daß jede dieser 91,8 Millionen Anlaufstellen gleichmäßig über die Erde verteilt sind (was natürlich eine falsche Annahme ist, die wir aber für die Zwecke unserer Kalkulation akzeptieren), sprechen wir von durchschnittlich 1,25 Kilometern von Haushalt zu Haushalt und einer gesamten Strecke von 120 Millionen Kilometern, nicht die kurzen Stops mitgerechnet, um das zu tun, was jeder von uns einmal alle 31 Stunden tun muß, plus Füttern der Rentiere etc. Das bedeutet, daß sich Santas Schlitten mit 1045 Kilometern pro Sekunde fortbewegt, 3.000 mal schneller als Schallgeschwindigkeit. Zum Vergleich, das schnellste vom Menschen entwickelte Fahrzeug, die Raumsonde Ulysses, bewegt sich mit knappen 44 Kilometern pro Sekunde - ein gewöhnliches Rentier schafft maximal 25 Kilometer pro Stunde.

4. Die Packlast des Schlittens stellt ein weiteres interessantes Problem dar. Nimmt man an, daß jedes Kind nicht mehr geschenkt bekommt als ein iBook ohne Drucker (3000 Gramm), trägt der Schlitten knapp 1,4 Millionen Tonnen, Santa nicht eingerechnet, der übereinstimmend als übergewichtig beschrieben wird. Auf dem Land kann jedes gewöhnliche Rentier nicht mehr als 150 Kilogramm ziehen. Sogar wenn man einem "fliegendem Rentier" (siehe Punkt 1) zugesteht, eine zehnmal größere Last ziehen zu können, ist es uns unmöglich, die Aufgabe mit acht oder sogar neun Tieren zu bewältigen. Wir brauchen ca. 452.000 Rentiere. Das erhöht die Gesamtlast - das Gewicht des Schlittens immer noch außer acht lassend - auf rund 1,5 Millionen Tonnen. Noch einmal zum Vergleich - das ist das Gewicht des Luxusdampfers "Queen Elizabeth" mal sechzehn.

5. Eine Masse von 1,5 Millionen Tonnen, die sich mit mehr als 1.000 Kilometern pro Sekunde fortbewegt, ist einem enormen Luftwiderstand ausgesetzt - dabei wird ein Rentier auf die gleiche Weise erhitzt wie ein Raumschiff beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Das führende Rentier-Pärchen absorbiert 52,4 Quintillionen Joules an Energie. Pro Sekunde. Jedes Rentier. Um es kurz zu machen: Die beiden werden so gut wie augenblicklich in Flammen aufgehen, die Rentiere hinter ihnen der Hitze aussetzen und im Augenblick ihres Todes einen ohrenbetäubenden Knall wie beim Durchbrechen der Schallmauer auslösen. Das gesamte Rentier-Gespann wird innerhalb 2,13 Tausendstel Sekunden verdampft sein. Durch die Beschleunigung wird Santa unterdessen 17.500 mal schwerer als normal. Ein 150-Kilo schwerer Santa (was lächerlich schlank erscheint) würde von einer Kraft von rund 2.600 Tonnen in den hinteren Teil des Schlittens gepreßt.

Zusammengefaßt: Wenn Santa tatsächlich jemals Geschenke am Heiligabend ausgetragen hat, dann ist er jetzt tot

Einen Ausweg meinten die finnischen Forscher zunächst in der Quantenmechanik gefunden zu haben. denkt man sich Santa Claus in einer Wahrscheinlichkeitswelle über den Globus verschmiert, könnte die Aufgabe aufgehen. Leider ist dem nicht so. Denn eine derart große Masse wie sie Santa Claus' Gespann aufbringt, beträgt die Wellenlänge - ein Maß für die örtliche Unschärfe - in der Größenordnung eines Quintillionstel Nanometers. Santa Claus ist also stets sehr genau zu lokalisieren.

Erst hartnäckige Recherchen der Macwelt-Reporter bestätigten einen lange gehegten Verdacht: Es ist nicht Santa Claus, der braven Kindern am 24, Dezember Geschenke bringt, sondern der Fall verhält sich umgekehrt. Am 9. Januar pilgern alle braven Computer-Anwender nach San Francisco (zumindest virtuell), um sich mit neuen Macs beschenken zu lassen. Wie im Detail aussehen und was sie wiegen, verrät Santa Steve niemals vorher. Soll ja eine nette Bescherung werden...

Ein Frohes Weihnachtsfest und einen gesunden und erfolgreichen Start in das neue Jahr wünscht Ihnen das gesamte Team der Macwelt!

0 Kommentare zu diesem Artikel
875366