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Apple lässt Betriebssystem mit Werbeeinblendungen patentieren

23.10.2009 | 11:17 Uhr |

Apple hat ein Patent auf ein werbefinanziertes Betriebssystem erhalten. Damit wäre der Nutzer gezwungen, die Werbung zu schauen, sonst wird das Gerät gesperrt.

Mac OS X 154_112
Vergrößern Mac OS X 154_112

Das US- Marken- und Patentamt hat gestern ein Apple gewährtes Patent über ein Betriebsystem, das mit Werbeeinblendungen arbeitet, veröffentlicht. Apple beschreibt in dem Patent ein OS für beliebige Geräte, das die Nutzung dieser Geräte nur zulässt, wenn der Nutzer die regelmäßig eingeblendeten Werbespots verfolgt. Zu diesem Zweck blendet die Maschine eine Schaltfläche ein, die der Anwender betätigen muss.

Diese Schaltfläche kommt jedoch höchst irregulär in Zeit und Platzierung, mit einem einfachen Script, das auf sie reagiert, wäre sie nicht auszutricksen. Antwortet der Anwender nicht auf die Werbeeinblendungen, wird das Gerät gesperrt, solange, bis er endlich auf die Werbung reagiert. Wer längere Zeit sich mit einem stationären oder mobilen Gerät sich ungestört beschäftigen möchte, können jedoch auch einige Spots im Voraus betrachten und sich so Zeit frei schalten, heißt es in der Patentschrift weiter.

Ob und wie Apple das Patent selbst nutzen möchte, ist jedoch völlig ungewiss. Denkbar wäre der Einsatz auf einem iPhone oder einem Tablet-Mac, deren Anwender für Telefonie und mobiles Internet deutlich weniger oder überhaupt nichts zahlen müssten. Möglicher Weise hat Apple aber auch nur ein derartiges Patent für sich beansprucht, um anderen zuvor zu kommen und ihnen ein derartiges Geschäftsmodell zu verwehren. Microsoft hatte schon versucht, mit Werbeeinblendungen vor dem Abspielen von Videos auf dem Zune die Nutzer zur Aufmerksamkeit für "Botschaften von Sponsoren" zu zwingen, was einen allgemeinen Aufschrei in der Blogosphäre zur Folge hatte.

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