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Werbetreibende Industrie will maßgeschneiderte Online-Werbeformen

25.06.2007 | 14:53 Uhr |

Die werbetreibende Industrie erwartet in der zweiten Internet-Welle eine zielgenauere Werbung und Ansprache ihrer Kunden als zu Beginn des Online-Zeitalters.

„Einen Werbebanner wie ein Plakat ins Internet zu klatschen, kann nicht mehr die Lösung für die Kommunikation mit dem Kunden sein“, sagte der neue Vorsitzende der Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM), Uwe Becker, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Es müssten Werbeformen entwickelt werden, die für Internet-Nutzer von Interesse seien, ihnen einen Service böten und die Kompetenz des Anbieters vermittelten. Einen Missbrauch von Internet-Daten, die Verbraucher beim Surfen auf Suchmaschinen hinterlassen, befürchtet der OWM-Chef nicht. „Man kann nicht unter dem Deckmantel des Datenschutzes alles ungeprüft vermaledeien“, sagte Becker. Aber es müsse sehr genau beobachtet werden, dass „kein Unfug mit Daten“ passiert. “Die Privatsphäre ist ein hohes zu schützendes Gut.” Der OWM-Chef versicherte, dass die Verbandsmitglieder “mit hoher Verantwortung” an die Werbung im Netz herangehen. “Keiner kann es sich leisten, Kunden zu verunsichern oder ihnen das Gefühl zu geben, sie würden ausspioniert.”

Der Manager hält Befürchtungen für überzogen, dass bei Suchmaschinen gespeicherte Daten auf den konkreten Nutzer schließen lassen. Als es mit dem Internet vor einem Jahrzehnt losgegangen sei, habe die Industrie gehofft, endlich in einem Medium das Nutzungsverhalten einfach nachvollziehen und Werbung zielgerichtet schalten zu können. “Wir mussten alle schnell feststellen, dass wir die Möglichkeiten im Internet zu rosig gesehen haben.” Mittlerweile habe sich unter anderem mit schnellen Übertragungsgeschwindigkeiten, preiswerten Surf-Angeboten (Flatrates) und Bewegtbildern sowie steigender Nutzung durch werberelevante Zielgruppen vieles im Netz getan. Ein Ansatz für neue Werbeformen sind Anzeigen, die beim Eingeben von Suchwörtern bei Suchmaschinen aufspringen (search marketing). Nach Angaben der Medienforschungsfirma Nielsen Media Research stiegen in Deutschland die Bruttowerbeaufwendungen im Online-Bereich von Januar bis Mai verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um rund 42 Prozent auf 331 Millionen Euro. Sie lagen damit rund 20 Millionen Euro über den Ausgaben für Plakat-Werbung. Der OWM repräsentiert rund drei Viertel der 20 Unternehmen mit dem höchsten Budget im deutschen Werbemarkt, darunter Markenartikler, Automobilfirmen, Banken und Versicherungen sowie Telekommunikationsdienstleister.

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