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"Wesentlich komfortabler als NT"

06.04.1999 | 00:00 Uhr |

Macwelt unterhielt sich am Rande der Cebit mit Peter Forrow, Europa-Verantwortlicher für Apples Firmengeschäft, über die Stärken und Schwächen des neuen Serverbetriebssystems und künftige Mac-OS-Versionen. Mehr über Mac-OS X Server erfahren Sie in der Titelgeschichte der Macwelt 5/99, die ab 7. April am Kiosk erhätlich sein wird.

Fileserver

Ein Manko des neuen Betriebssystems bestehe darin, daß "Mac-OS X Server [derzeit, Anm. d. Red.] keine Dienste für Windows bietet", dieses also nicht als Server in gemischten Netzen eingesetzt werden könne, sagte Peter Forrow, Europa-Verantwortlicher für Apples Firmengeschäft, gegenüber Macwelt. Erst mit späteren Versionen wird die Funktionalität von Appleshare IP in Mac-OS X Server eingebaut, so daß auch Windows-Rechner direkt auf Verzeichnisse von der Serverfestplatte zugreifen können. "Währenddessen ist Mac-OS 8.x in Verbindung mit Appleshare IP die bessere Lösung für gemischte Netze, die wir auch weiterhin anbieten werden. Erst wenn Mac-OS X Server die volle Funktionalität von Appleshare IP besitzt, werden wir dieses Produkt auslaufen lassen", so Forrow. Appleshare IP läuft nicht unter Mac-OS X Server, die komplexe Portierung ist derzeit nicht geplant.

Web Objects

Nach Angaben von Peter Forrow gegenüber Macwelt gibt es derzeit keine Pläne, den Application-Server Web Objects in einer lokalisierten, deutschsprachigen Version anzubieten. "Entwickler sind es gewohnt, mit US-Software zu arbeiten, deshalb war für uns der Druck nicht so groß, lokalisierte Versionen anzubieten", so Forrow. Als besonderes Highlight stellte Peter Forrow die Tatsache heraus, daß mit Mac-OS X Server nun Web Objects auch für den Mac verfügbar ist. Zwar erwarte er nicht, daß bestehende Web-Objects-Entwickler gleich in Scharen ihrem Windows-NT-Rechner den Rücken zukehren, doch wird sich nach Forrows Meinung die Mac-Plattform hier durchsetzen. "Die Entwickler werden es lieben, und immer mehr werden auf dem Mac ihre Anwendungen entwerfen. Es ist einfach wesentlich komfortabler und benötigt weniger Wartung als NT." Dennoch werde man die Windows-Software weiter verkaufen und auch weiterhin Support für diese leisten, so Forrow.

Drei Systeme

Wenn Ende des Jahres Mac-OS X in der Client-Version herauskommt, wird Apple parallel drei Betriebssysteme verkaufen, Mac-OS X in einer Client- und einer Serverversion sowie Mac-OS 8.x. Wie es dann weitergeht, wird nach den Worten von Peter Forrow allein der Kunde entscheiden. "Nächstes Jahr wird sich zeigen, wie schnell unsere Kunden zu Mac-OS X migrieren und wie lange die Nachfrage nach Mac-OS 8 noch anhält." Die beiden Versionen von Mac-OS X sollen sich dann nur in der Form der beigelegten Software unterscheiden, die Serverversion also lediglich durch die Serversoftware aufgewertet sein. Die Betriebssysteme werden hingegen identisch sein. Für Programmentwickler soll es egal sein, ob sie ihre Software für Mac-OS 8.x oder Mac-OS X entwickeln. "Wenn ein Programm den Carbon-APIs entspricht, dann läuft es auch auf allen Mac-Betriebssystemen", bekräftigte Forrow gegenüber Macwelt. Unterschiedliche Versionen für Mac-OS 8 oder 9 und Mac-OS X sind also nicht erforderlich.

Interview: Sebastian Hirsch

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