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Westentaschentastatur

06.02.2001 | 00:00 Uhr |

Der Palm wird dank einer externen Tastatur zur leistungsfähigen Schreibmaschine. Zusammengefaltet ist diese etwa so groß wie ein Taschenbuch.

Was ist der größte Nachteil eines PDAs? Sobald man mehr als eine Zeile Text eingeben will, braucht man entweder viel Zeit oder eine Version mit Tastatur. Die teuren Modelle des Psion sind noch die PDAs mit der besten Tastatur, aber auch beim 1800 Mark teuren MX-Pro kann man nicht mit allen zehn Fingern gleichzeitig schreiben.
Eine andere Lösung, zudem weit billiger als ein Psion, ist ein Palm plus externer Tastatur. Zusammengefaltet ist diese nicht größer als ein Palm und leichter. Die Wahl fällt hier eindeutig aus, es gibt nämlich nur eine Tastatur mit dem Namen Stowaway, hergestellt von der Firma Think Outside. Eine Version für den Visor vertreibt die Firma Targus, die für den Palm passende Ausgabe verkauft Palm selbst, eine weitere Version gibt es für den Ipaq von Compaq.
Die Tastaturen kosten etwa 228 Mark (117 Euro). Die Tastatur besteht aus drei Teilen, die zusammengefaltet transportiert und nach dem Auseinanderfalten mit einem Schieber arretiert werden.
Zusammengefaltet ist diese Tastatur etwa so groß wie ein Taschenbuch. Auseinandergefaltet entspricht sie in der Größe einer Standardtastatur
Die Tastatur lässt sich nach wenigen Augenblicken nutzen, die Verbindung zwischen PDA und Tastatur klappt ohne Probleme. In der Mitte der Vorderseite der Tastatur befindet sich eine Halterung für einen PDA, der Tastatur und PDA verbindet. Die Qualität der Tastatur ist besser als bei manchem Powerbook, der Schreibkomfort hängt allerdings von der Unterlage ab. Ohne eine feste Unterlage wie beispielsweise einen Tisch wird das Schreiben wesentlich schwieriger. Selbstverständlich ist auch die Güte des PDA-Bildschirms ein Problem. Wer blind Schreibmaschine schreiben kann, ist eindeutig im Vorteil. Die Schreibsituation erinnert an die Urzeiten des Laptops, als die Bildschirme noch klein, farblos und langsam waren.

Kein Notebook-Ersatz

Warum soll man sich dann nicht gleich ein Notebook kaufen? Die großen Brüder der PDAs, wie die aktuellen Powerbooks von Apple sind Desktops fast ebenbürtig. Sie haben aber den Nachteil, dass man sie nicht permanent mit sich herumschleppen will. Selbst wenn man zufällig sein G3-Powerbook im Rucksack hat, dauert es eine Weile bis man einen Text eingeben kann: Rucksack auf, Powerbook aufklappen, warten bis sich Mac-OS gebootet hat und endlich Word lädt.


Ein weiterer großer Vorteil ist die lange Betriebsbereitschaft eines PDA (bis zu 30 Stunden). Außerdem funktioniert ein PDA ohne Festplatte und ist darum sofort einsetzbar. Nur das schlanke Betriebssystem wird in den Arbeitsspeicher geladen, ein Vorgang der nur wenige Sekunden dauert. Ohne Festplatte gibt es auch kein Geräusche, das Gerät arbeitet völlig lautlos. Die Kombination eignet sich darum auch sehr gut für Konferenzen oder auch Bibliotheken. Nur die Tastatur klappert ein wenig.

Ein PDA mit Tastatur kann und will kein Powerbook ersetzen. Dazu fehlen wichtige Bestandteile, etwa um E-Mails zu verschicken. Dazu braucht man ein drittes Gerät, ein Modem oder ein geeignetes Handy. Übrigens wäre ein zusätzlicher Speicher für Backups ebenfalls keine schlechte Idee. Eine solche Ansammlung von Einzelgeräten steht aber gegen die Idee der Miniaturisierung. Auch wenn ein PDA nur ein kleines Geräte ist, braucht man hier bald einiges an Stauraum.

Eine Tastatur ist auf jeden Fall eine empfehlenswerte Bereicherung für jeden Palm, um schnell größere Textmengen einzugeben.
Übrigens sollte man beim Kauf der Stowaway-Tastatur darauf achten, dass man ein deutsches Modell kauft. Im Handel sind noch viele Klapptastaturen mit englischer Tastaturbelegung verfügbar.

Stephan Wiesend

Info: www.thinkoutside.com

Historische Anmmerkung:

Eine ähnliche Kombination aus PDA und Tastatur gab es übrigens schon vor fünf Jahren von Apple. Erinnern Sie sich noch an den Apple Newton? Für diesen Wegbereiter des Palm existierte eine kleine Tastatur, die aus dem Newton fast ein kleines Powerbook machte.

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